Album der Woche

Windflowers von Efterklang

Seit über zwanzig Jahren steht der Name Efterklang für einen experimentellen, elektronischen und emotionalen Kammerpop. Mit ihrem sechsten Studioalbum „Windflowers“ setzt das dänische Trio, bestehend aus Mads Brauer, Rasmus Stolberg und Casper Clausen seine kreative Reise fort.

Windflowers von Efterklang
Windflowers von Efterklang | © City Slang

Die Platte entstand während der Pandemie, die die drei Musiker näher zusammenbrachte. Es ist pandemiebedingt weniger das gewohnte Zusammenarbeiten mit unzähligen Gastmusiker*innen als eine Rückbesinnung auf das Wesentliche und ein Beweis dafür, dass Freundschaft über Widrigkeiten triumphieren kann. „Windflower“ ist eine Anemonenart, ein Windröschen. Mit dem Blühen dieser Blume beginnt der Frühling in Dänemark. Der Albumtitel symbolisiert also Hoffnung. Ein Versprechen, das die Songs musikalisch einhalten. Sei es die verbindende großmütige Idee, einen Fremden zu umarmen („Alien Arms“), oder das gute Zureden, auf die eigene Stärke zu vertrauen, um dann anderen eine Schulter zu bieten („Hold Me Close When You Can“).



Im Gegensatz zum Vorgängeralbum „Altid Sammen“ arbeiten Efterklang auf ihrer neuen Platte mit Samples und programmierten Beats. Ein Höhepunkt dieser Arbeitsweise stellt der Song „Living Other Lives“ dar. Im letzten Stück "Åbent sår", das 8 Minuten lang ist und mit dem schwedischen Produzenten Axel Willner alias The Field doch noch einen Feature-Gast auf das Album einlädt, treibt der technoide Beat in Richtung repetitiv-euphorische Lust. Insgesamt ist der dänischen Formation ein Album voller Schönheit gelungen und der subtil-elegante Einsatz von Akkordeon, Xylophon und Violinen ist ganz nebenbei ein Beweis dafür, dass auch mit derlei Instrumentierung tolle Popmusik entsteht.

Claudia Gerth, radioeins