Album der Woche

Giant Palm von Naima Bock

Sie war Bassistin bei der Londoner Indie-Rock-Band GOAT GIRL, doch sie schrieb schon seit Teenagerzeiten eigene Songs und jetzt veröffentlicht Naima Bock mit "Giant Palm" ihr Solodebüt.

Giant Palm von Naima Bock
Giant Palm von Naima Bock | © Sub Pop

Sie lebt und arbeitet zwar in England, in London um genau zu sein, ihre Musik klingt aber eher wie ein faszinierender Culture-Clash zwischen brasilianischer Folkmusik und akustischem Indie. Das kommt nicht von ungefähr: Naima ist in Sao Paulo aufgewachsen, ihre Mutter hat britisch-griechische und ihr Vater brasilianische Wurzeln. So habe sie schon immer einen sehr diversen Musikgeschmack gehabt, der vor allem von Acts wie Baden Powell, Chico Buarque, Geraldo Vandre und Cartola geprägt wurde.

Der Song "Every Morning" entstand schließlich auch in Brasilien. "Ich habe diesen Song geschrieben, als ich in Brasilien war", erzählt Naima. "Und ich habe dabei angefangen, Dialoge mit mir selbst zu führen. Es ist einfach eine interessante Art und Weise, Texte auszusprechen und hat etwas leicht Schockierendes vielleicht." Der Song handelt dann auch von etwas sehr Schwierigem, nämlich davon, alles Bekannte und vor allem Freunde zurückzulassen. Ein Song dunkler Momente der nackten, selbstkritischen Ehrlichkeit.



Ihm ist der verspielte Humor des Songs "Campervan" gegenübergestellt und das friedliche Ausatmen von „Giant Palm“. Dass es dann der Song "Giant Palm" geworden ist, der dem ganzen Album seinen Namen gibt, hat mehrere Gründe. "Ich dachte, dass "Giant Palm" vielleicht der eingängigste Song auf dem Album ist, und ich mochte ehrlich gesagt einfach, wie die Worte auf dem Papier aussahen", sagt Naima Bock. Ein eskapistischer Song.

Entstanden ist das Album mit dem Produzenten Joel Burton, der seine Interessen an westlicher Klassik, Folk und groß angelegten Arrangements in Naimas Soloideen einfließen ließ. Die Ehrlichkeit und Klarheit der Musik auf "Giant Palm" könnte auf Bocks Zeit auf dem englischen als auch auf dem brasilianischen Land zurückzuführen sein.

Claudia Gerth, radioeins