Album der Woche - Multitude von Stromae

Album "Multitude" von Stromae. (Bild: Universal Music)
Album "Multitude" von Stromae. | © UMI/Polydor

Für viel Aufsehen hat das wieder Auftauchen des belgischen Musikers Stromae gesorgt - und zwar durch einen Auftritt im französischen Fernsehen, wo er sein neues Album promotet hat. Er wird gefragt, ob seine Musik ihm geholfen habe, sich von seiner Traurigkeit der letzten Jahre zu befreien. Gemeint sind Angstzustände und Depressionen, wegen welcher Stromae sich vor sieben Jahren zunächst fast komplett aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hatte. Er beantwortet die Frage musikalisch, mit seiner aktuelle Single "L’enfer" - die Hölle...

Wer jetzt einen Seelenstriptease in 12 Songs auf seinem neuen Album "Multitude" erwartet, wird wohl enttäuscht. Zwar sind die Songs auch von seiner eigenen Biografie inspiriert und allen haftet etwas sehr Intimes an, dass aber immer er selbst der Protagonist sei, wehrt Stromae ab. Das Problem zu persönlicher Alben sei, so kritisiert er, dass sie ihn selbst nie wirklich berührten. Doch das müsse Musik seiner Meinung nach tun. Sie müsse universell lesbar sein. Seine Songs bewegen sich daher im Abstrakteren. Das Gefühl der Heilung stecke als Oberthema in vielen der Songs, doch beziehe sich das nicht ausschließlich auf ihn. Schließlich sei das Gefühl etwas Schmerzhaftes wie eine Krankheit bekämpfen zu können etwas, das nicht nur er spüre.

"Multitude" thematisiert Geschichten aus dem Alltagsleben: Die Songs handeln vom Verliebtsein, von Erfahrungen mit Diskriminierungen, oder von der Herausforderung Eltern zu sein – welcher sich Stromae selbst seit drei Jahren stellt. Das sei auch der Grund, weshalb öfter auch die Wörter „Pippi“ und „Kacka“ auf seinem neuen Album zu hören sind.



Während Stromae also auf seinem vergangenen Album "Racine Carrée" noch auf der inneren Suche nach sich selbst, nach seinen Wurzeln, nach seinem Vater war, ist er heute auf einer Reise um die Welt und feiert auf "Multitude" das Leben, inklusive seiner tragischen Momente. Das klingt vor allem eklektisch - mit Sounds aus Südamerika, Afrika, aus dem Hip Hop oder der Klassik. Es klingt nach grenzenlosem Aufbruch und Bodenhaftung zugleich und zeigt, dass das Unterteilen in Genres und musikalische Stile oftmals einfach unnütz ist.

Laurina Schräder, radioeins

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