Album der Woche

Monsters von Sophia Kennedy

Die Liebe auf den ersten Blick kann man nicht erklären, aber man spürt sofort, wenn sie einen erwischt. radioeins erwischte es bei der Musik von Sophia Kennedy als 2017 ihr Debütalbum herauskam.

Monsters von Sophia Kennedy © City Slang (Rough Trade)
Monsters von Sophia Kennedy | © City Slang (Rough Trade)

Der Stil der Hamburgerin mit amerikanischen Wurzeln war mit nichts in der hiesigen Musiklandschaft zu vergleichen und das ist auch auf ihrem neuen Album "Monster"“ so geblieben. Auf unbeschwert wirkende Weise schafft es die 31-Jährige, Hip-Hop-, R’n’B-, Chanson- und Singer-Songwriter-Elemente zu Popmusik zu verschmelzen, ohne an jemanden speziell zu erinnern.

Sie sei von sehr vielen Sachen beeinflusst, sagt Sophia Kennedy, und sie versuche bei jedem Song herauszufinden, welche Haltung sie bei ihrem Gesang dazu einnehmen kann. Der Text und die Stimmung sind doch nicht immer gleich, wieso soll sie dann immer auf die gleiche Art singen. Ihre Stimme ist ein Instrument und auf dem spielt sie meisterlich. Sie habe einfach herausgefunden, sagt sie weiter, dass das ihre Stimme kann. Dabei ginge es ihr natürlich nicht darum, irgendjemanden nachzuahmen, sondern darum, ein ehrliches Gefühl zu transportieren und das ist eben von Song zu Song verschieden.



Doch dieser Anspruch an einen originären Sound kann auch kräftezehrend sein. Dass das neue Album "Monsters" ein bisschen dunkler geworden ist als das erste, liegt an Schicksalsschlägen und Verlusten, die sie verschmerzen musste. Doch der Albumname rührt doch ganz woanders her: "Jedes Stück, das jetzt auf dem Album gelandet ist, kam mir vor, wie ein eigener Kosmos. Wenn ich dann jeden morgen ins Studio gekommen bin, hatte ich das Gefühl, ich habe einen ganzen Stall voller kleiner Ungeheuer, die so auf mich warten und die man zähmen muss, damit sie in die richtige Richtung kommen", sagt Sophia Kennedy.

13 kleine Monster also, die ihre Herrin ordentlich in Schach hielten und für die der Song „I can see you“ exemplarisch ist. "In dem Stück geht es um Überwindung und Konfrontation und auch um eine Euphorie, die aus einer vermeintlichen Niederlage entstehen kann, sagt die 31-Jährige. "Musikalisch sollte es kraftvoll sein, während die Stimme wie aus der Zeit gefallen scheint. Stimmlich habe ich mich in der Strophe ein wenig an der wunderbaren Karen Dalton orientiert - sie hat die tolle Fähigkeit Abgründigkeit, Melancholie und Hoffnung in einem zu verbinden."

Claudia Gerth