Album der Woche - Extreme Witchcraft von Eels

Extreme Witchcraft von Eels
Extreme Witchcraft von Eels | © Universal

Mark Everett, genannt „E“, Sohn des Quantenphysikers Hugh Everett III. und Frontmann der Eels reflektiert auf „Extreme Witchcraft“ das Leben.

Das neue – bereits zweite Album, das während der Pandemie erscheint – handelt von eher schweren Themen wie Sterblichkeit, dem Altern oder dem komplexen Leben in und ohne Beziehungen. Floskelhaft formuliert geht es also um die „Magie des Lebens“.

Der Titel des neuen Albums bezieht sich dabei auf eine Anekdote, die E über einen anderen amerikanisch Popstar gelesen hat: Beyoncé. Ihre Drummerin hatte Beyoncé verklagt, weil diese „Extreme Witchcraft“ praktizieren würde. Amüsiert über diese Nachricht und fasziniert von den Worten „Extreme Witchcraft“ beschließt E eines seiner Alben so zu nennen, auf dem sich die Zauberei der Eels allerdings auf das musikalische beschränkt.



Wenngleich mit rohen Tönen beginnend, driftet das Album immer wieder in die gewohnt harmonischen Eels-Melodien, und das leicht Melancholische steht einem immer größer werdenden Optimismus gegenüber. Er betrachte seine Musik wie einen Bogen, sagt E. Einen, der ihn und hoffentlich auch diejenigen, die im zuhören, an einen zuversichtlicheren Ort bringen kann, wenn wenn es ihnen schlecht geht. Oder ihnen das Positive einfach bewusst vor Augen führt, wenn es ihnen schon so gut geht. E, der selbst einige Verluste im Leben durch hat, den Tod der Schwester, und der Eltern, zwei Scheidungen, fühlt sich mittlerweile – mit fast 60 Jahren – gut aufgehoben. Er lebt seit mehr als 30 Jahren in L.A. und heute meist mit seinem vierjährigen Sohn zusammen, der ihn u.a. zum Song „Strawberries und Popcorn“ inspiriert hat, als zum Abendessen einmal nichts anderes im Haus war.

Sein ganzes Leben schon, so E, handle davon Zitronen in Limonade zu verwandeln – und „Extreme Witchcraft“ betont dies einmal mal mehr. Mit Reminiszenzen an den Soul und Rock der 60er und 70er Jahre, an Prince, die Beatles und The Who, mit Ironie und Sarkasmus sowie der notwendigen Ernsthaftigkeit feiert das neue Album der Eels nicht nur auf oberflächliche Weise das Leben. Es steht für Aufbruch und Motivation in ein neues Jahr, auf welches man sich freuen sollte. Nicht zuletzt, weil auch die Eels wie viele andere Künstler*innen wieder auf Tour gehen.

Laurina Schräder, radioeins