Album der Woche

Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt von Danger Dan

An diesem Song kam man in den letzten Wochen kaum vorbei: „Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt“. Geschrieben hat ihn ein Mann, den man bisher vor allem als Mitglied der deutschen Hip-Hop-Band Antilopen Gang kannte: Danger Dan.

Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt von Danger Dan
Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt von Danger Dan | © Antilopen Geldwäsche

Danger Dans neues Soloalbum heißt genauso wie der Song und ist musikalisch ganz anders als das, was Danger Dan normalerweise an Musik macht. Eines ist geblieben: Sein Wille, die Dinge beim Namen zu nennen. Das heißt für ihn, sich im Titelstück klar gegen Neo-Nazis, gegen Antisemitismus, Verschwörungsmystiker und Rassismus auszusprechen.

Wenn friedliche Aktionen gegen Rechts nicht helfen, dann bliebe als letztes Mittel Militanz, singt er in dem Song. Doch zu Gewalt will er nicht aufrufen. „Ich glaube, in dem Kontext ist das Wort Militanz schon gar nicht mehr so schlimm“, sagte er im Interview, „und wenn man diesen Satz dann auch noch im Kontext eines Liedes anguckt, so, dann weiß ich gar nicht, warum es so viel Erklärungsbedarf gibt. Ich selbst übrigens verabscheue Militanz, ich verabscheue Gewalt. Ich glaube, dass Gewalt keine Lösung ist, um politische Forderungen umzusetzen.“



Trotz der übermäßig vielen positiven Reaktionen auf seinen Song, hat sich Danger Dan damit auch in den Fokus von Neonazis begeben. Aber in dem Moment, wo er beginnen würde, aus Angst sein Leben zu ändern oder ein Lied nicht mehr zu singen, hätten sie schon gewonnen. Deswegen sänge er es noch lauter, sagt er.

Die anderen Songs seines neuen Albums streifen in Teilen ebenfalls gesellschaftspolitische Themen. Wirtschaftlich oder politisch inkorrektes Verhalten im Alltag zum Beispiel, oder auch die fragwürdigen Werte, die an einigen Schulen vermittelt werden.

„Also was die Songs auf jeden Fall vereint“, sagt Danger Dan, „ist, dass ich Klavier spiele und singe. Das passiert in allen Liedern. Ansonsten finde ich, dass die Songs sehr unterschiedlich sind und dass sie auch einer großen Gefühlspalette Spielraum lassen.

Ob das jetzt die angesprochene Wut ist aus dem Titelstück oder ob das Liebeslieder sind. Oder manche sind, glaube ich, auch wirklich traurig.“ Egal ob traurig, wütend und liebend – auf jeden Fall findet Danger Dan tolle Bilder, um Geschichten in seinen Songs zu erzählen.

Claudia Gerth