Album der Woche

Bright Magic von Public Service Broadcasting

Begeistert von Döblins "Berlin Alexanderplatz", hatte sich J. Willgoose, Frontmann von Public Service Broadcasting, auf die Suche nach weiteren Erzählungen des Autors gemacht und stößt auf mehrere – zusammengefasst unter dem Titel "Bright Magic and other stories". Von den Geschichten weniger beeindruckt, bleibt bei J. Willgoose aber der Titel hängen – und die Frage, ob dieser seine noch vagen Ideen für das neue Album zusammenbringen könnte.

Bright Magic von Public Service Broadcasting
Bright Magic von Public Service Broadcasting | © PIAS

Entstanden ist ein Album über Berlin und die Geschichte der Stadt seit den 20er Jahren, der Zeit von Fritz Langs Metropolis und Marlene Dietrich, und der Zeit, in der die Berliner Elektroindustrie mit der Aktionswoche "Berlin im Licht" Werbung für Berlin machen will. Es baut sich der Mythos Berlin - die Stadt der Moderne und des Aufbruchs - auf, der Künstler wie David Bowie oder Brian Eno anzieht, und durch dessen Strahlkraft noch heute die Menschen in die Stadt strömen.



Public Service Broadcasting widmet sich Schicht für Schicht diesem Mythos und interpretiert ihn neu. Auf dem neuen Album bringt die britische Band ihren eigenen elektronischen Sound mit dem Rhythmus der Maschinen einer Arbeiterstadt, den Eindrücken der Synthesizer von Depeche Mode oder David Bowie zusammen, und arbeitet an den Songtexten gemeinsam mit Berliner Künstler:innen wie Blixa Bargeld von den Einstürzenden Neubauten, Andreya Casablance von Gurr oder der Schauspielerin Nina Hoss, und rückt das Album so ins heute.

"Bright Magic" ist nicht nur ein musikalisches Dossier über Berlin, sondern gleichsam eine Rückbesinnung auf den Traum der alles verbindenden und alles überwindenden Metropole.

Laurina Schräder, radioeins