Kommentar von Lorenz Maroldt

Untersuchungsausschuss im Fall Amri

Fünf Monate nach dem tödlichen LKW-Anschlag vom Breitscheidplatz tauchen immer mehr Widersprüche im Fall Anis Amri auf. Ein Sonderermittler legte los, entdeckte Unregelmäßigkeiten in den Akten des LKA. Die legen den Verdacht nahe, Unterlagen könnten durch Behördenmitarbeiter manipuliert worden sein.

Bundeskriminalamt (BKA) veröffentlicht Fahndungsfotos des mutmaßlich tunesischen Verdächtigen Anis Amri © Bundeskriminalamt/dpa
Bundeskriminalamt (BKA) veröffentlicht Fahndungsfotos des mutmaßlich tunesischen Verdächtigen Anis Amri © Bundeskriminalamt/dpa


Gestern reagierte die Regierungskoalition in Berlin, will jetzt mit einem Untersuchungsausschuss klären, was da genau gelaufen ist. Frank Zimmermann, innenpolitischer Sprecher der SPD, sagte dazu gestern auf radioeins:

"Haben die etwa länger abgewartet, um ihn als Lockvogel für weitere Hintermänner zu kriegen, um dann einen größeren Ring auszuheben, oder haben sie einfach gesagt, wir kümmern uns nur um Terror, nicht um Drogendeals."

Bislang hielt die Berliner rot-rot-grüne Koalition einen Untersuchungsausschuss für unnötig. Woher kommt jetzt der plötzliche Sinneswandel? Ein Kommentar von Lorenz Maroldt, Chefredakteur des Tagesspiegels...

radioeins Kommentator

Lorenz Maroldt

Chefredakteur des Tagesspiegels

Lorenz Maroldt © dpa - Bildfunk

Er glaubt an die Zukunft des Printjournalismus. Das ist gut so, denn Lorenz Maroldt ist seit 2004 Chefredakteur des Berliner Tagesspiegels. Der Kölner Lorenz Maroldt wurde 1962 geboren. ... [mehr]