radioeins und Freitag-Salon

Zerrissenes Deutschland

Warum wird aus Ost und West keine Einheit? Jakob Augstein im Gespräch mit Andreas Dresen...

Andreas Dresen
radioeins/Nennemann

28 Jahre Zeit, um zusammenzuwachsen. Ergebnis: Unbefriedigend. Zwar existiert das geeinte Deutschland auf dem Papier, doch fast drei Jahrzehnte später scheint die Gesellschaft nach wie vor gespalten. Die gleichen Vorurteile, die gleiche Verunsicherung, die gleichen Vorwürfe. Aktuelle Gemengelage: Sorgen, Ängste, Unverständnis. Gemeinschaftsgefühl: Nur Stellenweise. Dass damals etwas schief gelaufen ist, denkt auch „Gundermann“-Regisseur Andreas Dresen. „Die hohe Geschwindigkeit, die sicher auch dem Druck der Menschen geschuldet war, führte zu einem Konstruktionsfehler der deutschen Einheit“, erklärt der in Gera geborene Filmemacher. In seinen Werken setzt er sich regelmäßig mit den Befindlichkeiten Ostdeutschlands auseinander. Was ist da also schiefgelaufen, warum wachsen Ost und West nicht zusammen? Warum hat die Politik versagt? Und muss es jetzt die Zivilgesellschaft richten? Über neue Frustrationen, Rechtspopulismus und den Kampf gegen rechts diskutiert Jakob Augstein mit Andreas Dresen im radioeins & Freitag Salon.

Zur Person

Andreas Dresen, 1963 in Gera geboren, kommt aus einer Theaterfamilie und drehte bereits ab 1979 erste Amateurfilme. Mitte der 80er Jahre war er Tontechniker am Schweriner Theater. Anschließend absolvierte er ein Volontariat im DEFA Studio für Spielfilme und arbeitete als Regieassistent bei Günter Reisch. Ab 1986 studierte Andreas Dresen Regie an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ in Potsdam-Babelsberg. Seit 1992 arbeitet er als freier Autor und Regisseur. Er lebt in der Nähe von Potsdam und ist Mitglied der Akademie der Künste, der Europäischen Filmakademie sowie Gründungsmitglied der Deutschen Filmakademie. Bereits sein Debütfilm Stilles Land (1992), eine Tragikomödie über die Wende in der ostdeutschen Provinz brachte ihm den deutschen Kritikerpreis ein. Es folgten weitere große Filmerfolge, unter anderen „Halbe Treppe“ und „Sommer vorm Balkon“. Seit Ende 2012 ist Andreas Dresen auch Verfassungsrichter im Land Brandenburg und seit 2013 Vorsitzender des Stiftungsrates der DEFA-Stiftung. Er unterrichtet an verschiedenen Filmhochschulen im In- und Ausland und ist seit dem Sommersemester 2018 Professor für Filmschauspiel an der Hochschule für Musik und Theater Rostock. Sein neuer Film über das Leben des Rockpoeten und Baggerfahrers Gerhard Gundermann ist gerade erfolgreich in den deutschen Kinos gelaufen.

Am Montag, den 5. November 2018, um 20 Uhr im Maxim Gorki Theater, Studio Я, Hinter dem Gießhaus 2, 10117 Berlin.

Jakob Augstein
Jakob Augstein | © dpa

Der radioeins und Freitag-Salon ist ein politisches Diskussionsformat im Maxim Gorki Theater Berlin - ein Zwiegespräch zwischen "Freitag"-Verleger Jakob Augstein und seinem Gast. Zuletzt waren u.a. Andrej Holm, Heinz Bude, Michael Müller, Ska Keller, Jürgen Todenhöfer, Margot Käßmann, Ahmad Mansour, Peter Altmaier, Simone Peter, Wolfgang Herles, Bodo Ramelow, Naika Foroutan, Jan Böhmermann, Gesine Schwan, Philipp Ruch, Thilo Bode, die Yes Men, Frank Bsirske, Gregor Gysi, Constanze Kurz, Sandra Maischberger, Evgeny Morozov, Claudia Roth, Harry Rowohlt, Sahra Wagenknecht, Harald Welzer, Marina Weisband und Jean Ziegler zu Gast. Jenseits von Netz und Papier diskutiert Jakob Augstein mit den Gästen über Glück und Unglück der Gegenwart. Das Format existiert seit Oktober 2009 und findet seitdem in regelmäßigen Abständen statt.

Jakob Augstein ist seit 2008 Verleger und Geschäftsführer der Wochenzeitung „der Freitag“.

1967 in Hamburg geboren, studierte er von 1989 bis 1993 Politik an der Freien Universität Berlin und am Institut d'études politiques de Paris. Er war zehn Jahre lang für die Süddeutsche Zeitung als Reporter in Berlin und den neuen Bundesländern unterwegs. Seit 2011 schreibt er die Kolumne „Im Zweifel links“ auf „Spiegel online“ und liefert sich mit dem stellvertretenden Chefredakteur der Bildzeitung, Nikolaus Blome, in der Phoenix-Sendung „Augstein und Blome“ einen wöchentlichen Schlagabtausch zum politischen Thema der Woche.

Eintrittspreis: 8 Euro, ermäßigt 5 Euro
Veranstaltungsort:
Maxim Gorki Theater - Studio Я
Hinter dem Gießhaus 2
10117 Berlin - Mitte

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Die politische Diskussion

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Der radioeins und Freitag Salon ist ein politisches Diskussionsformat im Maxim Gorki Theater Berlin - ein Zwiegespräch zwischen "Freitag"-Verleger Jakob Augstein und seinem Gast. ... [mehr]