Internationales Filmfest Eberswalde (10.-17.10.2020)

17. Provinziale

im Haus Schwärzetal in Eberswalde

Waldstück © Hannes Schilling
Waldstück | © Hannes Schilling

In Brandenburg gibt es wirklich jede Menge Provinz – aber nur eine „Provinziale“! radioeins zieht den Vorhang auf zum 17. Internationalen Filmfest Eberswalde! Vom 10. bis zum 17. Oktober lädt das Festival zu knapp 40 Filmen aus 17 Ländern ein.

Die Streifen nehmen das Leben jenseits der großen Städte filmisch ins Visier und kommen aus Brasilien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Island, Indien, Iran, Italien, Kasachstan, Kirgisistan, Polen, Portugal, Rumänien, Spanien, Schweiz, Südkorea und der Türkei. Sie wurden aus über 950 Einsendungen ausgewählt und werden in den vier Wettbewerben Dokumentarfilm, Kurzdokumentarfilm, Kurzspielfilm und Animation gezeigt.

Die Vielzahl der internationalen Beiträge zeigt, dass sich Filmemacher überall auf der Welt Fragen stellen wie: Wo und was ist überhaupt Provinz? Ist sie verschlafen oder innovativ? Wollen die Menschen sie verlassen oder machen sie vor Ort ihr Glück?

Am zweiten Festivaltag steht um 18 Uhr Insulaire/Inselbewohner auf dem Programm. In der Dokumentation von Stéphane Goël geht es um den Schweizer Aristokraten Alfred von Rodt, der 1877 zum Gouverneur der Chilenischen „Isla Más a Tierra“ wurde, dem literarischen Vorbild für die Legende von Robinson Crusoe. Mit utopischer Energie versuchte er auf der kargen Insel ein kleines Königreich zu errichten. Die heutigen Bewohner, darunter direkte Nachfahren des Inselkönigs, leben zwischen Selbstbestimmung und globaler Komplexität.

Filmfest Eberswalde © Torsten Stapel
Filmfest Eberswalde | © Torsten Stapel

Ab 20 Uhr sind drei Kurzdokumentarfilme zu sehen. In Jungs von der Kante von Regisseurin Alexandra Leibmann treffen sich Jugendliche regelmäßig auf einer gekaperten Brachfläche, um dort feiern oder BMX zu fahren. Die Kamera begleitet den Prozess der Verdrängung aus diesem Refugium und erzählt von ihren Schicksalen, Erlebnissen und Hoffnungen.

Ein Waldstück im Oderbruch ist Ausgangspunkt einer Untersuchung nach den Spuren eines ehemaligen Arbeitslagers der Nazis. Mit Hilfe von Fundstücken und den Tagebucheinträgen ehemaliger Häftlinge thematisieren drei unterschiedliche Protagonisten(-gruppen) die Folgen einer verblassenden Erinnerungskultur.

Apache aus Spanien portraitiert Jesus, der seit 10 Jahren in Valencia auf der Straße lebt und um seinen Schlafplatz, um Essen und um Alkohol kämpft. Ein Hilfsprogramm soll ihn bei der Suche nach einem Arbeitsplatz und einer Wohnung unterstützen. Doch nach zwei Jahren hat Jesus Zweifel und sucht eine wahre Chance, dies selbstbestimmt umsetzen zu können.

Apache © Octavio Guerra Quevedo
Apache | © Octavio Guerra Quevedo

Programm am 11.10.2020:
18:00 Uhr: Dokumenation Insulaire/Inselbewohner
20:00 Uhr: Kurzdokumentarfilme Jungs von der Kante, Waldstück, Apache

Preise:
Einzelveranstaltungen 8.- Euro / 5.- Euro
5-er Ticket: 32.- Euro / 20.- Euro (übertragbar, auch für Gruppen)
10-er Ticket: 56.- Euro / 35.- Euro (übertragbar, auch für Gruppen)

Weitere Informationen: "Die Provinziale"

Veranstaltungsort:
Haus Schwärzetal
Weinbergstraße 6a
16225 Eberswalde

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