Ausstellung

Hautnah — Die Filmkostüme von Barbara Baum

in der Deutschen Kinemathek, Museum für Film und Fernsehen

Über 40 originale Filmkostüme, Ergebnisse künstlerischen Einfallsreichtums, der Schneiderkunst und nicht zuletzt kalkulatorischer und organisatorischer Planungen, werden im Museum aufgestellt. "Hautnah" präsentiert Werke von Barbara Baum, eine der renommiertesten Kostümbildnerinnen Deutschlands.

Hanna Schygulla in Lili Marleen BRD 1980 Regie: Rainer Werner Fassbinder
Hanna Schygulla in Lili Marleen BRD 1980 Regie: Rainer Werner Fassbinder | © DFF, Archiv Barbara Baum

Kleider machen Leute - ihre Kostüme machten Rollen.
(Hanna Schygulla)

Das Kostümbild ist ein wesentliches Gestaltungsmittel filmischer Welten. Es hilft dem Publikum, filmische Räume und Zeiten einzuordnen, macht Wesenszüge von Charakteren sichtbar, zeigt ihren sozialen Status und ihre innere Befindlichkeit. Das Kostüm unterstützt die Darstellenden dabei, sich in die Figuren, die sie verkörpern, hineinzuversetzen. Die oft auch historischen Stoffe bilden nicht nur einen visuellen Akzent innerhalb der Bildkomposition, sondern sorgen auch für Authentizität.

Die Kostümbildnerin Barbara Baum hat ein besonderes Gespür für Stoffe. Für sie sind diese nicht nur Arbeitsmaterial, sondern auch Inspirationsquelle: „Ich denke immer in Stoffen. Bei außergewöhnlichen Stoffen bekomme ich sogar Gänsehaut. Die Entscheidung für diesen oder jenen ganz bestimmten Stoff ist für mich dann meist schon das halbe Kostüm“. „Hautnah“ reflektiert das kreative Werk Barbara Baums entlang ihrer großen Filme wie Die Ehe der Maria Braun (BRD 1978, Regie: Rainer Werner Fassbinder), Homo Faber (D/F/GR 1991, Regie: Volker Schlöndorff) oder Buddenbrooks (D 2008, Regie: Heinrich Breloer).

Eine Ausstellung des DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum, Frankfurt am Main

Eine Ausstellung zum Anfassen

„Hautnah“ ist auch eine Ausstellung „zum Anfassen“, die mit taktilem Vermittlungskonzept auch blinden und sehgeschädigten Menschen ein multisensorisches Erlebnis bietet. Kostümentwürfe werden als taktile Grafiken in Reliefdruck übersetzt. Mit den Fingerspitzen lassen sich Form und Schnitt, Faltenwürfe oder Details wie Pailletten erspüren. Barbara Baums Anmerkungen für die Schneiderinnen und Schneider finden sich als Legende auch in Brailleschrift wieder. Eine originale Stoffprobe vermittelt die haptische Beschaffenheit des verwendeten Materials. Ergänzt wird die taktile Vermittlung durch Audiodeskription. Sie macht Ausstellungsraum und -inhalte über den Hörsinn zugänglich und lässt so mentale Bilder entstehen. Eine weitere, sinnliche Komponente stellen vollkommen neuartige, digitale Leinwände dar, die hinter den Originalkostümen positioniert sind. Sie zeigen die Symbiose von Schauspieler-Körper und Filmkostüm im Bewegtbild. Die Montage collagiert frei, der Fokus liegt auf den Kostümen.

Alle Besucherinnen und Besucher, besonders sehgeschädigte und blinde, haben die Möglichkeit, sich die Ausstellungsinhalte über Audiodeskription auf dem an der Kasse erhältlichen Audioguide anzuhören. Bei der Orientierung mit dem weißen Langstock dienen die Vitrinenkanten und -sockel sowie die Kostümpodeste blinden und sehbehinderten Gästen als Leitlinie. Aufmerksamkeitsfelder auf dem Boden weisen auf Audioguide-Punkte und Taststationen hin.

Der Ausstellungsrundgang findet unter den Auflagen der aktuellen Hygieneverordnung statt. Bitte tragen Sie einen Mundschutz und halten 1,5 m Abstand. Für die Nutzung der haptischen Angebote werden an der Kasse dünne Einweghandschuhe ausgegeben.

Öffnungzeiten:

Mittwoch bis Montag: 10 bis 18 Uhr

Donnerstag: 10 bis 20 Uhr

Dienstag: geschlossen

 

Eintrittspreis: Tagesticket 9 Euro / 5 Euro ermäßigt / freier Eintritt für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre und Schüler*innen
Veranstaltungsort:
Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen
Potsdamer Str. 2
10785 Berlin - Tiergarten
Erreichbarkeit:

S-/U-Bhf. Potsdamer Platz, U-Bhf. Mendelssohn-Bartholdy-Park

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