Biografie/Drama

Vergiftete Wahrheit

Originaltitel: Dark Waters

Dieser eindrucksvolle Film erzählt die wahre Geschichte eines der größten US-amerikanischen Umweltskandale.

Mark Ruffalo in "Vergiftete Wahrheit" © Participant & Killer Films
Mark Ruffalo in "Vergiftete Wahrheit" | © Participant & Killer Films

Der erfolgreiche Anwalt Rob Bilott (gespielt von Mark Ruffalo) gerät im Jahre 1998 in eine schwierige Lage. Farmer in Westvirginia machen ihn zunächst auf merkwürdige Todesfälle von Kühen aufmerksam. Krebsfälle und Missbildungen bei Menschen häufen sich. Verdächtigt wird der mächtige Chemiekonzern DuPont, hochgiftige Substanzen in die Gewässer zu leiten. Für Bilott, inzwischen mit dem Alternativen Nobelpreis geehrt, beginnt ein fast 20-jähriger, zäher und gefahrvoller Kampf gegen das Unternehmen, für das er selbst als Anwalt tätig war.

Todd Haynes Film über den sogenannten Teflon-Skandal vermag es, die ungeheure Kraft, den täglichen Mut dieses aufreibenden Nervenkriegs sichtbar zu machen. Hier geht es nicht um reißerische Aktionen, sondern um die Geduld, die Zähigkeit eines stillen Mannes, dem das unvorstellbare Ausmaß des Umweltverbrechens zum lebensprägenden Antrieb wird. Dafür ist Mark Ruffallo mit seiner Sensibilität, die Idealbesetzung, und die düsteren, unheimlichen Bilder des großartigen Kameramanns Edward Lachman erzeugen eine starke Stimmung der Bedrohung, in der wir uns alle wiederfinden. Der Film verweist am Ende darauf, dass etwa 600 langlebige Chemikalien noch immer keinerlei Kontrolle unterliegen.

Kritiker: Knut Elstermann

gelungen

Regie: Todd Haynes
Darsteller: Mark Ruffalo, Anne Hathaway, Tim Robbins
Erscheinungsjahr: 2020
Herkunftsland: USA