Dokumentation

Sunset Over Hollywood

Bei der diesjährigen Oscarverleihung wurde ein traditionsreiches Altersheim für sein humanitäres Wirken, gerade in der Pandemie, mit einem Ehrenpreis gewürdigt - zum ersten Mal eine Institution.

Deborah Rogosin und Joel Rogosin in "Sunset Over Hollywood" © Konrad Waldmann/Piffl Medien
Deborah Rogosin und Joel Rogosin in "Sunset Over Hollywood" | © Konrad Waldmann/Piffl Medien

Auf diesem Campus am Mulholland Drive in Los Angeles leben betagte Schauspieler*innen und Drehbuchautor*innen, Produzent*innen und Editor*innen, Kameraleute und Regisseur*innen, Menschen, die ihr Leben lang für den Film gearbeitet haben. Hier können sie in einer schönen Anlage mit guter medizinischer Versorgung einen würdigen Lebensabend verbringen, unter Gleichgesinnten, die sich manchmal schon seit Jahrzehnten kennen. Großzügig unterstützt wird die traditionsreiche Einrichtung von Stars wie George Clooney und Jodie Foster.

Dokumentarfilm-Regisseur Uli Gaulke nähert sich behutsam den Bewohner*innen des Heims und zeigt uns, dass deren Kreativität niemals versiegt. Sie drehen immer noch kleine Filme oder arbeiten in Workshop voller Freude an Scripts, die niemals verfilmt werden, etwa an einer Fortsetzung von „Casablanca“. Sie lieben, lachen und streiten, prachtvolle Künstler, sehr lebendige Zeugen der Filmgeschichte.

Diese Menschen, die im Film so liebenswert porträtiert werden, wissen natürlich, dass sie hier vielleicht den letzten Auftritt ihres Lebens haben und den absolvieren sie alle ansteckend optimistisch, heiter und einfach oscarreif.

Kritiker: Knut Elstermann
Regie: Uli Gaulke, Agnes-Lisa Wegner
Darsteller: Connie Sawyer, Jerry Sedley Kaufmann, Tony Lawrence
Erscheinungsjahr: 2019
Herkunftsland: Deutschland