Dokumentarfilm

Spuren - Die Opfer des NSU

Spuren – Die Opfer des NSU
Spuren – Die Opfer des NSU | © Salzgeber & Co. Medien GmbH

Wir kennen die Namen der Täter und ihre Gesichter. Der Prozess gegen Beate Zschäpe zog sich fünf Jahre hin und konnte längst nicht alle Fragen zum Terrornetzwerk des NSU beantworten. Aus dem Blickfeld gerieten dabei die zehn Opfer und ihre Angehörigen, der Schmerz und die Trauer der Hinterbliebenen, die sich lange Zeit demütigende Verdächtigungen der Behörden gefallen lassen mussten.

Die Berliner Regisseurin mit türkischen Wurzeln, Aysun Bademsoy, war beim Münchner Prozess dabei. Sie hat die Fassungslosigkeit der Angehörigen angesichts der milden Urteile für Zschäpes Komplizen erlebt. Für ihren berührenden Film machte sie sich auf den Weg zu den Opfern, sprach mit Kindern, Geschwistern und Ehepartnern über den schrecklichen Verlust der geliebten Menschen, aber auch über den Verlust des Vertrauens in den deutschen Rechtsstaat.

In einfühlsamen Gesprächen in der Nachbarschaft, an den früheren Lebensorten der Ermordeten oder am Grab in der Türkei, gelingen der Regisseurin eindringliche Porträts der Angehörigen, die mit ihrer Trauer und Verzweiflung allein gelassen wurden.

Kritiker: Knut Elstermann

gelungen

Regie: Aysun Bademsoy
Erscheinungsjahr: 2020
Herkunftsland: Deutschland