Drama

Sag du es mir

Das filmische Prinzip ist spätestens seit dem legendären japanischen Meisterwerk "Rashomon" von 1950 bekannt: Eine Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt, die Wahrheit hat viele Gesichter und verbirgt sich in den unterschiedlichen Interpretationen des Geschehens.

Sag du es mir
Sag du es mir | © 2020 missingFILMs - Filmverleih & Weltvertrieb

Regisseur und Autor Michael Fetter Nathansky hat dieses Prinzip in seinem schönen Abschlussfilm an der Babelsberger Filmuni geschickt auf eine Gegenwartsgeschichte im heutigen Potsdam angewandt - mit am Ende verblüffender Konsequenz. Der Kriminalfall, um den es hier geht, ist merkwürdig, verstörend, wenn auch nicht sehr folgenschwer. Silke wird von einem Unbekannten von einer Brücke gestoßen, sie übersteht das leichtverletzt. Ihre Schwester Moni macht sich auf die Tätersuche und lernt dabei den eigenwilligen René kennen.

Drei raffiniert verschränkte Kapitel, drei Menschen und ihre sehr verschiedenen Sichtweisen, drei wunderbare, herzerfrischende Schauspieler - Gisa Flake, Christina Große und Marc Ben Puch - machen diese wahrheitssuchende, leise und menschenfreundliche Komödie über Einsamkeit, Zusammenhalt und echte Zuwendung zu einem großen Erlebnis.

Kritiker: Knut Elstermann

gelungen

Regie: Michael Fetter Nathansky
Darsteller: Christina Große, Marc Ben Puch, Gisa Flake
Erscheinungsjahr: 2020
Herkunftsland: Deutschland