Drama

Narziss und Goldmund

Sabin Tambrea und Jannis Niewöhner in "Narziss und Goldmund"
Sabin Tambrea und Jannis Niewöhner in "Narziss und Goldmund" | © Jürgen Olczyk/Sony Pictures Entertainment

Die 1930 erschienene Erzählung „Narziss und Goldmund“ dürfte zu den meistgelesenen deutschen Büchern gehören. Die spätromantische Geschichte zweier Klosterbrüder, ihre innige Freundschaft, von der Seite Narziss' auch Liebe, war so etwas wie Pflichtlektüre empfindsamer Gemüter.

In Stefan Ruzowitzkys Verfilmung verkörpern Jannis Niewöhner als Goldmund und Sabin Tambrea als Narziss glaubwürdig die Prinzipien von extrovertiertem und introvertiertem Leben, für die diese Mönche stehen. Ruzowitzky („Die Fälscher“) inszeniert dabei kein konkretes Mittelalter, sondern ein buntes, sinnliches Historien-Spektakel, in dem Hesses Frauenfiguren ein größeres Gewicht erhalten.

Stefan Ruzowitzky macht aus Hesses gefühlstriefendem Roman ein saftiges, unterhaltsames  Kinostück, in dem sich die Bindung dieses attraktiven Kloster-Paares vor dem Hintergrund von mittelalterlichem Schrecken, Pest und Aberglauben umso zarter abhebt.

Kritiker: Knut Elstermann

annehmbar

Regie: Stefan Ruzowitzky
Darsteller: Jannis Niewöhner, Sabin Tambrea, André Hennicke
Erscheinungsjahr: 2020
Herkunftsland: Deutschland