Drama/Komödie

Milla Meets Moses

Originaltitel: Babyteeth

Millas Eltern entsprechen vielleicht nicht den landläufigen Vorstellungen von Verantwortlichkeit, aber sie sind dennoch auf ungewöhnliche Weise hingebungsvoll für ihr krankes Kind da.

Eliza Scanlen in "Milla Meets Moses" © Memento Films Distribution
Eliza Scanlen in "Milla Meets Moses" | © Memento Films Distribution

Der untreue Vater, ein Psychiater, der seine Frau ungeniert mit Psychopharmaka versorgt, und die oft umnebelte Mutter sorgen sich sehr um ihre, an Krebs erkrankte 16-jährige Tochter Milla. Eliza Scanlan spielt sie wunderschön, lebendig und widerständig. Der Dealer Moses, den sie eines Tages nach Hause bringt, wirbelt die Familie völlig durcheinander. Doch bald bemerken alle, dass der junge Mann, den Tobey Wallace hinreißend vielschichtig als völlig durchgeknalltes, liebevolles, zutiefst menschliches Energiebündel spielt, für die verliebte Tochter die allerbeste Therapie ist.

Der Film unterscheidet sich von den vielen Teenie-Krebs-Geschichten der letzten Jahre durch seinen schwarzen Humor, durch eine Komik, die aus dem verzweifelten Mut der originellen Figuren kommt. Nur ganz am Ende vergaloppiert er sich etwas.

Regisseurin Shannon Murphy gelingt in ihrem Kinodebüt, das im vergangenen Jahr in Venedig gefeiert wurde, das seltene Kunststück, völlig unsentimental und zu Herzen gehend von dieser heimtückischen Krankheit zu erzählen und doch das Leben herrlich bunt und verrückt zu feiern.

Kritiker: Knut Elstermann

gelungen

Regie: Shannon Murphy (IV)
Darsteller: Eliza Scanlen, Toby Wallace, Essie Davis
Erscheinungsjahr: 2020
Herkunftsland: Australien