Komödie

Kiss Me Kosher

Gegen die sich anbahnende Ehe dieser beiden jungen Frauen spricht im Grunde alles, außer ihrer leidenschaftlichen Liebe. Die Israelin Shira (Moran Rosenzweig) kommt aus einer Familie von Holocaust-Überlebenden, ihre sehr starke, sehr eigenwillige Großmutter (mit herrlich garstigem Charme von der Legende Rivka Michaeli gespielt) hasst alles Deutsche.

Filmszene "Kiss Me Kosher" © Nati Levi/X Verleih/dpa
Filmszene "Kiss Me Kosher" | © Nati Levi/X Verleih/dpa

Die Verlobte Maria (Luise Wolfram) ist eifersüchtig wegen Shiras wildem Liebes-Vorleben, ansonsten sehr überrascht vom deutsch-israelischen Minenfeld, auf das sie gerät. Die in Israel aufgewachsene Regisseurin Shirel Peleg hat in Deutschland studiert, kennt also beide Seiten sehr gut und weiß genau, wo es wehtut in den Beziehungen.

In ihrem rundum schönen Regiedebüt mit witzigen, unverblümten Dialogen lässt sie lustvoll die Klischees und Vorurteile, die Betroffenheit, das schlechtes Gewissen, die Unsicherheiten und Missverständnisse aufeinanderprallen, ohne je die schrecklichen Gründe für das tiefe Misstrauen zu vergessen. Eine Ehe, die all das überstehen kann, wurde vermutlich doch im Himmel geschlossen.

Kritiker: Knut Elstermann

gelungen

Regie: Shirel Peleg
Darsteller: Moran Rosenblatt, Luise Wolfram, Rivka Michaeli, Juliane Köhler
Erscheinungsjahr: 2020
Herkunftsland: Deutschland