Drama

Je suis Karl

Nach einem furchtbaren Bomben-Attentat auf ihr Wohnhaus verliert die junge, linksliberal erzogene Berlinerin Maxi (Luna Wedler) fast ihre gesamte Familie, nur ihr Vater (Milan Peschel) überlebt.

Luna Wedler (Maxi) und Jannis Niewöhner (Karl) in "Je suis Karl" (undatierte Filmszene) © Pandora Film/Sammy Hart
Luna Wedler (Maxi) und Jannis Niewöhner (Karl) in "Je suis Karl" (undatierte Filmszene) | © Pandora Film/Sammy Hart

In den schweren Monaten der Trauer verliebt sie sich, nichts von dem dahinter stehenden Komplott ahnend, in den smarten neurechten Führer Karl (Jannis Niewöhner), der sich als Tröster und Kümmerer anbietet und sie erstaunlich schnell auf seine Seite zieht. Christian Schwochows ("Deutschstunde") Film stellt sich mutig und mit starken Kinobildern dem beunruhigenden Thema der politischen Verführbarkeit, kann aber nicht ganz überzeugen.

Weil er das neurechte Phänomen vor allem von der ästhetischen Seite her schildert, von der Oberfläche hipper Partys, gut aussehender junger Leute in schicken Klamotten, weil er die Geschichte mit erzählerischen Klischees anreichert und gerade zum maßlosen Ende hin die Plausibilität auf der Strecke bleibt, geht er nicht tief genug in die Auseinandersetzung, weder ideologisch noch psychologisch. Die wie immer großartig spielende Luna Wedler kann da zwar einiges auffangen, doch auch sie vermag das Glaubwürdigkeitsproblem des Films nie ganz aufzulösen.

Kritiker: Knut Elstermann
Regie: Christian Schwochow
Darsteller: Luna Wedler, Jannis Niewöhner, Milan Peschel
Erscheinungsjahr: 2021
Herkunftsland: Deutschland