Thriller

Intrige

Originaltitel: J'accuse

Jean Dujardin und Louis Garrel in "Intrige" © Guy Ferrandis
Jean Dujardin und Louis Garrel in "Intrige" | © Guy Ferrandis

Die Teilnahme dieses Films von Roman Polanski am Wettbewerb in Venedig war wegen der Vergangenheit des Regisseurs heftig umstritten, doch am Ende erhielt er den Großen Preis der Jury für das in der Tat sehr beeindruckende Werk.

Die Affäre von 1884 um den unschuldig wegen angeblicher Spionage verurteilten, jüdischen Offizier Dreyfus (Louis Garrel) kennen viele sicher durch den berühmten Protest-Artikel von Zola „Ich klage an!“. Hier aber steht der Mann im Mittelpunkt, der das Komplott aufdeckte, obwohl er zunächst selbst antisemitische Vorbehalte hatte - der Geheimdienstchef Picquart, den Jean Dujardin durchweg glaubwürdig als lernfähigen, aufrichtigen Gesetzeshüter spielt. Als ihm Zweifel kommen, geht er konsequent den Widersprüchen auf den Grund, getrieben von einem unbestechlichen Gerechtigkeitssinn.

Sehr genau untersucht „Intrige“ das politische System und seine Akteure, das Machtgefüge jener Epoche, in dem der Skandal ausgebrütet wurde. Polanskis spannender Film spiegelt meisterhaft den stickigen Unterwerfungsgeist und verweist zugleich auf die erschreckenden Parallelen zu Antisemitismus und Rassenhass in unserer Zeit.

Kritiker: Knut Elstermann

gelungen

Regie: Roman Polanski
Darsteller: Jean Dujardin, Louis Garrel, Emmanuelle Seigner
Erscheinungsjahr: 2020
Herkunftsland: Frankreich, Italien