Dokumentarfilm

Im Himmel, unter der Erde

Den traditionellen, renommierten Panorama-Publikumspreis von radioeins wird es bei diesem ersten Berlinale-Teil natürlich nicht geben, wie sollte das auch gehen, ohne Publikum? Dieser Preis der größten Berlinale-Jury, Zehntausende stimmen jedes Jahr ab, half den Filmen bisher sehr bei ihrem Weg in die Öffentlichkeit.

"Im Himmel, unter der Erde" (DVD/Szene aus dem Film)
"Im Himmel, unter der Erde" (DVD/Szene aus dem Film) | © Edition Salzgeber

Vor genau zehn Jahren gewann ihn Britta Wauer für ihren Dokumentarfilm "Im Himmel, unter der Erde", eine schöne, behutsame und bewegende Erkundung des Jüdischen Friedhofs in Berlin-Weißensee, angelegt 1880. Er ist mit 42 Hektar und über 115.000 Grabstellen der größte jüdische Friedhof Europas, unzerstört und malerisch überwuchert. Bei Britta Wauer wird er zu einem Spiegelbild jüdisch-deutscher Geschichte, zu einem Ort der Spurensuche.Sie begegnet Menschen, die dort die Wurzeln ihrer Familien und ihrer Identität finden, engagierten Bürgern, die sich in der DDR für den Erhalt und die Pflege eingesetzt haben.

Britta Wauer erzählt packend Geschichten und Schicksale, die sich keineswegs auf die Nazi-Zeit beschränken und lässt so diese Ruhestätte der Toten zu einer Bühne des Lebens werden. Übrigens ist der Film auch eine Anregung für einen ausgedehnten Spaziergang in diesen ereignisarmen Tagen.

Kritiker: Knut Elstermann
Regie: Britta Wauer
Erscheinungsjahr: 2011
Herkunftsland: Deutschland