Dokumentarfilm

Helmut Newton – The Bad and The Beautiful

Helmut Newton in einer Szene des Films "Helmut Newton - The Bad And The Beautiful"
Helmut Newton in einer Szene des Films "Helmut Newton - The Bad And The Beautiful" | © Filmwelt / dpa

Die Debatten um sein Werk waren heftig, auch als er schon längst als Klassiker der Fotografie galt. Die kühlen Arrangements seiner Bilder haben Bewunderung und Ablehnung erfahren. Susan Sonntag nannte sie "frauenfeindlich". Newton, der 2004 nach einem Autounfall starb, sah seine Akte dahingegen als Sinnbilder starker, unabhängiger Weiblichkeit.

Gero von Boehms Filmporträt führt Leben und Werk dieses berühmten Fotografen geschickt zusammen: das Überleben des jungen, jüdischen Mannes, der später ironisch mit der Nazi-Ästhetik spielte, die Flucht aus seiner Geburtsstadt Berlin, der Aufstieg zur Weltgeltung. In Interviews äußern sich Mitarbeiterinnen und Bewunderinnen wie Anna Wintour, Chefin der Vogue, oder Schauspielerinnen wie Isabella Rossellini und Charlotte Rampling, die er meisterhaft fotografiert hat und die ihm immer zutiefst vertrauten.

Gerade ihre klugen Analysen gehören zu den kleinen Kostbarkeiten des sehr unterhaltsamen Films über einen außergewöhnlichen, provokanten, großherzigen Mann, der den Kunstcharakter seiner Werke entschieden ablehnte und dafür ein Leben lang innig den sogenannten "schlechten Geschmack" liebte.

Kritiker: Knut Elstermann

annehmbar

Regie: Gero von Boehm
Erscheinungsjahr: 2020
Herkunftsland: Deutschland