Biografie, Drama, Historienfilm

Harriet – Der Weg in die Freiheit

Cynthia Erivo im Film "Harriet - der Weg in die Freiheit" (2019)
Cynthia Erivo im Film "Harriet - der Weg in die Freiheit" (2019) | © imago images / Cinema Publishers Collection

Einen Film über diese erstaunliche Frau hätte es längst geben müssen. Harriet Tubman konnte der Sklaverei entfliehen, doch sie gab sich mit der eigenen Freiheit nicht zufrieden. Mit großem Mut wurde sie zu einer der Aktivistinnen der Befreiungsorganisation "Underground Railroad" und schmuggelte viele Sklaven in den Norden, später kämpfte sie im amerikanischen Bürgerkrieg, befehligte eine Truppe des Nordens und setzte sich als Bürgerrechtlerin für das Frauenwahlrecht ein. Im Jahre 1913 starb sie hochgeehrt und hochbetagt. Für die Regisseurin Kasi Lemmons steht der Kampf gegen die Sklaverei im Mittelpunkt, andere Themen werden nur kurz gestreift. Stattdessen verklärt sie das Bild der Fluchthelferin zu einer Heldinnen-Ikone, hinter der die menschliche Persönlichkeit fast verschwindet. Sie lotet Motive und Entwicklungen dieser Frau nicht tief genug aus und setzt eher auf Abenteuerlichkeit und religiösen Erbauungskitsch.

Wie gut, dass die großartige Hauptdarstellerin, so weit wie in diesem Goldrahmen möglich, differenziert dagegen anspielt und dem Film doch einige sehr berührende Momente schenkt. Die britische Schauspielerin und Sängerin Cynthia Erivo, sie war für den Oscar nominiert, zeigt Harriet eindringlich als Frau von heiligem Ernst und großer Entschlossenheit.

Kritiker: Knut Elstermann

zwiespältig

Regie: Kasi Lemmons
Darsteller: Cynthia Erivo, Janelle Monáe, Leslie Odom Jr.
Erscheinungsjahr: 2020
Herkunftsland: USA