Drama

Futur Drei

Parvis (gespielt von Benjamin Radjaipour), der junge Deutsch-Iraner in Hildesheim, muss nach einem Ladendiebstahl in einem Heim für Geflüchtete als Übersetzer Sozialstunden leisten.

Szene aus dem Film "Futur Drei" von Faraz Shariat
Szene aus dem Film "Futur Drei" von Faraz Shariat | © Salzgeber

Er trifft dort auf ein Geschwisterpaar (Banafshe Hourmazdi und Eidin Jalali), verliebt sich in den jungen Mann. Parvis versteht, dass auch er als Angehöriger der 2. Generation schon zu den Privilegierten gehört – eine wichtige neue Perspektive in diesem Film, der in jeder Hinsicht neue Horizonte eröffnet.

„Futur 3“, eine Zeitform, die es im Deutschen nicht gibt, hat sehr zurecht den wichtigsten deutschen Nachwuchspreis „First Steps“ gewonnen, auch das wunderbare Hauptdarsteller-Trio wurde dort ausgezeichnet, er hat den Teddy gewonnen, weitere Preise folgten.

Diese Zukunft, dieser Futur 3, liegt in einem Erzählen, das von innen kommt, und in einer Utopie des Zusammenlebens, die der autobiografische und sehr wahrhaftige Film mit großer Zärtlichkeit seinen Figuren gönnt. So wie in dem Film reibungslos und selbstverständlich hochprofessionelle Darsteller neben Laien agieren (Shariats eigene Eltern sind hier zu sehen), so verbindet er auch höchst unterschiedliche Erzählelemente, wilde Partys, unverkrampfte Sexszenen, innige Momente der Gemeinsamkeit, sogar echte Homevideos aus der Kindheit des Regisseurs zu einer sehr lebendigen Einheit.

Kritiker: Knut Elstermann

großartig

Regie: Faraz Shariat
Darsteller: Benjamin Radjaipour, Banafshe Hourmazdi, Eidin Jalali
Erscheinungsjahr: 2020
Herkunftsland: Deutschland