Drama/Thriller

Die Frau des Nobelpreisträgers

Originaltitel: The Wife

Die Frau des Nobelpreisträgers (Bild: Glenn Close) © Embankment Films
Die Frau des Nobelpreisträgers (Bild: Glenn Close) | © Embankment Films

Es gibt einige erstaunliche Parallelen zu „Colette“ in diesem Film, obwohl die Hauptfigur in dieser Bestsellerverfilmung nach Meg Wolitzers Roman erfunden ist. Aber auch sie steht im Schatten ihres Mannes, eines erfolgreichen, amerikanischen Autors, eines typischen Ostküsten-Intellektuellen. Ihm hat sie ihr Leben und wohl auch ihr Talent geopfert. „Ich war eine Königsmacherin“, sagt sie zu dem König von Schweden beim Staatsbankett und deutet damit die Bitterkeit einer großen Lebenslüge an. Sie hat nur für sein Werk gelebt.

Dank dieses Films des Schweden Björn Runge schauen wir hinter die Kulissen dieser stocksteifen Nobelpreis-Zeremonie, vor allem aber dieser Ehe, deren Abgründe, Kränkungen, Zärtlichkeiten Glenn Close und Jonathan Pryce bewunderungswürdig, witzig  und unendlich traurig ausspielen. Es ist die großartige Geschichte einer lebenslangen Unterwerfung und Ausbeutung. Einen Nobelpreis gibt es dafür bekanntlich nicht, aber einen Oscar hätte Glenn Close für ihr hinreißendes Spiel der Entsagung endlich verdient.

Offizieller Trailer:


Kritiker: Knut Elstermann

gelungen

Regie: Björn Runge
Darsteller: Glenn Close, Jonathan Pryce, Max Irons
Erscheinungsjahr: 2018
Herkunftsland: Schweden, USA
Filmstart: Do 03.01.2019