Frauenfilm

Die Beunruhigung

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Es sind ja leider oft die immer gleichen DEFA-Titel, die erwähnt und gezeigt werden wie „Paul und Paula“, „Spur der Steine“, „Der kleine Muck“. Hier ist eine besondere Rarität: „Die Beunruhigung“ von 1982, eine Low-Budget-Produktion von Lothar Warneke, der sich sehr um aufrichtige Gegenwartsfilme verdient gemacht hat.

Christine Schorn in der DEFA-Produktion "Die Beunruhigung" von 1982 (Screenshot)
Christine Schorn in der DEFA-Produktion "Die Beunruhigung" von 1982 (Screenshot) | © DEFA

Gedreht wurde der Schwarz-Weiß-Film auch in der Wohnung der Autorin Helga Schubert, die das Drehbuch schrieb. Die heute 80jährige wurde übrigens gerade Preisträgerin als älteste Teilnehmerin beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb.

Die überragende Christine Schorn spielt mit stiller Eindringlichkeit eine geschiedene Frau, Mitte 30, Mutter eines Sohnes, die in 24 Stunden operiert wird. Vielleicht ist es ein bösartiger Tumor. Diesen Tag davor nutzt sie für eine Selbstbefragung, für ein Überdenken ihrer Lebensentscheidungen, wovon der Film ohne jede Sentimentalität erzählt, die Angst der Frau untergründig immer spürbar machend, ein zeitlos schöner, grundehrlicher Film.

Kritiker: Knut Elstermann
Regie: Lothar Warneke
Darsteller: Christine Schorn, Hermann Beyer, Wilfried Pucher
Erscheinungsjahr: 1982
Herkunftsland: DDR