Drama

Das Wunderkind Tate

Originaltitel: Little Man Tate

In ihrer ersten Regiearbeit erzählte Jodie Foster 1991 von einem hochbegabten Kind, das für seine Mutter, eine alleinerziehende Kellnerin, zu einer großen Überforderung wird.

Jodie Foster und Adam Hann-Byrd in "Das Wunderkind Tate" © D.R.
Jodie Foster und Adam Hann-Byrd in "Das Wunderkind Tate" | © D.R.

Die überragende Begabung des Jungen, den Adam Hann-Byrd in seiner ersten Rolle sehr liebenswert spielt, zeigt sich schon früh. Fred kann zum Beispiel lesen, ohne es jemals gelernt zu haben, der Segen seiner Genialität ist aber auch ein Fluch, der ihn fremd und einsam in dieser ganz normalen Welt werden lässt.

Jodie Foster, die in der Rolle der Mutter zu sehen ist, inszeniert dieses innige und doch so angespannte Verhältnis zu ihrem Kind, das ihr immer mehr entgleitet, feinfühlig als einen schmerzlichen Prozess der Ablösung. Nur eine angesehene Spezialistin, gespielt von Dianne Wiest, kann ihm helfen. Diese Rettung und angemessene Förderung für Fred bedeutet für die Mutter aber, die Liebe des Kindes künftig teilen zu müssen.

Jodie Foster, selbst so etwas wie ein Wunderkind, weiß sehr genau, wovon sie hier erzählt, was man in diesem sensiblen Film in jeder Minute spürt.

Kritiker: Knut Elstermann
Regie: Jodie Foster
Darsteller: Jodie Foster, Dianne Wiest, Adam Hann-Byrd
Erscheinungsjahr: 1991
Herkunftsland: USA