Thriller

Climax

Climax
Climax | © Wild Bunch Distribution

In die 90er Jahre zurück führt uns der französische Skandalregisseur Gaspar Noé, ein immer provozierender Erforscher menschlicher Obsessionen und Abgründe, in seinem neuen Film, der sicher einer seiner besten ist.

Diese Geschichte einer einzigen Nacht des Schreckens in einem Club basiert auf tatsächlichem Geschehen. Eine Tanztruppe will vor dem Beginn einer großen Tour noch einmal richtig feiern. Die Beats dazu liefert im Film übrigens der französische Star-DJ Kiddy Smile. Jemand mischt unbemerkt eine große Menge LSD in die Sangria-Bowle und löst damit einen wirklich miesen Trip bei allen aus, einen immer mehr eskalierenden Ausbruch von Gewalt, Sex, einen nicht zu stoppenden, zerstörerischen Tanz-Rausch, für den Noé  exzessive Höllen-Bilder findet.

Es ist wie eine Umkehrung des vorangegangenen künstlerischen Prozesses, in dem ja heftige Emotionen, Aggressionen und Traumata sublimiert wurden. In dieser Nacht brechen sie plötzlich wieder ganz unmittelbar aus, befreit von ihrer kulturellen Verkleidung, in einer anarchischen Choreografie des Grauens. Vielleicht ist hier sogar so etwas wie ein neues Genre entstanden: der Horror-Tanz-Film.

Kritiker: Knut Elstermann

gelungen

Regie: Gaspar Noé
Darsteller: Sofia Boutella, Romain Guillermic, Souheila Yacoub
Erscheinungsjahr: 2018
Herkunftsland: Frankreich