Experimentalfilm

Bildbuch

Originaltitel: Le Livre d'image

Bildbuch
Bildbuch | © Grandfilm

Ein neuer Film des französischen Regisseurs Jean-Luc Godard ist immer ein Ereignis, in Cannes erhielt er dafür eine eigens geschaffene „Sonderpalme“, ein etwas merkwürdiger Preis, denn eine Auszeichnung mit einer ganz normalen Palme hätte ihn sicher auch gefreut.

In „Bildbuch“, einem faszinierenden, filmischen Essay, montiert Godard eine Überfülle an Material, Spielfilmszenen, Dokumentaraufnahmen, Handyvideos, Wochenschauen und Nachrichten zu einem assoziativen, manchmal geradezu verzweifelt wirkenden Gedankenfluss über die Wahrhaftigkeit der Bilder, über die Widerspiegelung von Gewalt und Terror, über den Einfluss und die Verantwortung jeder Bildproduktion. Unter den fünf Kapiteln ist eines über unser Bild des Nahen Ostens besonders spannend und aktuell, denn es zeigt, wie sehr unsere Vorstellungen von kolonialen Einstellungen geprägt sind und wie schnell wir den Islam mit dem Nahen Osten überhaupt gleichsetzen.          

Für die deutsche Fassung dieses großen, wütenden, ungemein anregenden Essays hat der Meister übrigens selbst den Text eingesprochen, was eine schöne, bewegende Geste ist und uns den Genuss seiner originalen Stimme beschert.

Kritiker: Knut Elstermann

gelungen

Regie:
Darsteller:
Erscheinungsjahr: 2019
Herkunftsland: Frankreich