Drama

Adam und Evelyn

Adam und Evelyn (Bild: Anne Kanis, Florian Teichtmeister, Lena Lauzemis, Milian Zerzawy) © Alexander Schaak
Adam und Evelyn (Bild: Anne Kanis, Florian Teichtmeister, Lena Lauzemis, Milian Zerzawy) | © Alexander Schaak

Adam und Evelyn (mit natürlicher, verhaltener Intensität von Anne Kanis und Florian Teichtmeister gespielt) leben in der verdämmenden DDR. Er ist zufrieden, schneidert für Frauen individuelle Mode und kommt ihnen dabei oft ziemlich nah, was Evelyn sehr ärgert. Sie sehnt sich fort, in den verlockenden Westen. Die offenen Grenzen in Ungarn im Sommer 1989 machen diesen Traum plötzlich möglich, den Schritt in ein neues Leben.

Doch haben sie in Wirklichkeit vielleicht das unerkannte, sorglose Paradies freiwillig verlassen? Finden sie im Westen die wahre Verheißung, kann es sie überhaupt geben? Liegen die Paradiese jenseits oder diesseits der eigenen Vorstellung?

Nach dem schönen Roman von Ingo Schulze entstand dieser unbedingt sehenswerte, feinsinnige Film, der mit seiner Frage nach dem Ort des Glücks weit über die DDR-Vergangenheit  hinausweist. Andreas Goldstein spielt klug mit biblischen Motiven, mit dem Garten Eden, mit dem Sündenfall, ohne sie je überzustrapazieren. Letztlich bleibt sein präziser, anregender Film ganz einem realistischen Erzählen verpflichtet, in dem die uralten Symbole, die Äpfel, die Gärten, für sich stehen und dennoch etwas bedeuten, wenn man sie richtig lesen will.

Kritiker: Knut Elstermann

gelungen

Regie: Andreas Goldstein
Darsteller: Florian Teichtmeister, Anne Kanis, Lena Lauzemis
Erscheinungsjahr: 2019
Herkunftsland: Deutschland