Wiebke Keuneke

Wiebke Keuneke © goodfeelography
Wiebke Keuneke | © goodfeelography

Was machst Du?
Bei Radioeins bin ich als Redakteurin und Reporterin tätig. Für alle anderen ARD-Anstalten arbeite ich als Autorin für lange Hörfunk-Features und Podcasts. Und im Fernsehen könnt Ihr auch manchmal Beiträge von mir sehen, z.B. bei der Deutschen Welle.

Wie bist Du da hingekommen?
Nachdem ich Politik und Interkulturelle Kommunikation in Hildesheim und Granada studiert habe - und ganz viel zwischendurch gereist bin - habe ich erstmal für die GiZ in Vietnam und in anderen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit (u.a. in Latein- und Südamerika) gearbeitet. Da wurde mir klar, dass ich Journalistin werden will, um die Geschichten der Menschen zu erzählen, die sonst nicht gehört werden würden. Als es dann mit einem Volontariat an der ems (electronic media school) geklappt hat, habe ich mich riesig gefreut. Seitdem arbeite ich als freiberufliche Journalistin für Radio und Fernsehen. Zehn Jahre sind das jetzt schon.

Was sind Deine Themen?
Ich beschäftige mich gerne mit Themen, die unsere Gesellschaft und/oder jeden einzelnen von uns vor Herausforderungen stellen und suche - am liebsten gemeinsam mit meinen Gesprächspartner*innen - nach Lösungen. Da geht's zum Beispiel um Integration, Inklusion, Generationengerechtigkeit, Rassismus, aber auch Klimawandel und nachhaltiges Reisen. Oft bringt mich meine Arbeit dann auch ins Ausland.

Wo wohnst Du?
In Berlin - Kreuzberg.

Wie sieht Dein zu Hause aus?
Jedes Zimmer hat eine farbige Wand. Außerdem behaupte ich ganz frech, dass ich unsere Wohnung ganz schön eingerichtet habe. Im Wohnzimmer steht ein großer Tisch, an dem wir nicht nur essen sondern auch bauen, basteln, backen und einfach gerne beisammen sind. Blumen sind mir wichtig. Und wenn ich einen ganz verschnörkelten Ast finde, hänge ich den auch schon mal an die Decke. Außerdem habe einen Tick für besonderes Geschirr. Mein Freund mag es gerne, wenn es aufgeräumt ist, ich eigentlich auch, aber mir fällt es sehr schwer ordentlich zu sein. Das haben meine Kinder wohl von mir geerbt. (Achtung: Streitpotential ;-) Und weil wir alle so große Bücherfans sind, platzt unsere Wohnung bald aus allen Nähten. Deswegen träumen wir von einem Haus mit Garten. Am See. Am liebsten mitten in unserem geliebten Kiez :-) Naja, aber mehr Platz und ein Garten wären schon wirklich schön.

Wo würdest Du gerne mal wohnen?
Ein Teil meiner Familie lebt in Seattle in den USA. Von ihrer Terrasse aus kann man - angeblich - Orcawale beobachten. Das würde ich gerne mal überprüfen. Aber eigentlich bin ich absolute Europäerin. Ein Ort, der für immer ein Platz in meinem Herzen hat, ist Kuba. Ich konnte schon dreimal für längere Zeit auf der Karibik-Insel recherchieren und ich liebe die Menschen dort. Kein ganz einfaches Land, aber da würde ich gerne nochmal länger leben. Vor allem jetzt, wo sich doch sehr viel verändert. Die Gesellschaft ist komplett im Wandel.

Wo würdest Du gerne mal hinreisen?
Hach...mein Lieblingsthema: Neuseeland, Tahiti, Tuvalu, Laos, Bhutan, Mongolei,Kolumbien, Brasilien, Patagonien...so viele Länder: Iran, Madagaskar, Botswana, Namibia, Tansania, Hongkong, Lappland... Tatsächlich war ich noch nie in Osteuropa oder Russland, es reizt mich schon, aber irgendwie habe ich da Berührungsängste, keine Ahnung, warum. Umso wichtiger, dass ich dort bald mal hinreise. Am liebsten wäre ich da mit jemandem unterwegs, der die Sprache spricht und die Kultur kennt. Das ist sowie das Beste.

Oh und mir fällt noch was ein: Der Ruhrpott. Da will ich unbedingt bald mal hin. Die Ecke Deutschlands kenne ich überhaupt nicht und das, obwohl mein Freund daher kommt.

Was machst Du in Deiner freien Zeit?
Ausflüge ins Grüne, Paddeln im Blauen, Tanzen, wenn keiner guckt, Klönschnack mit meinen Freundinnen und natürlich immer: Quatsch mit meinen drei Kerlen (groß, mittel, klein).

Was sind Deine Schwächen?
Wenn es Gummi-Kram gibt, esse ich immer bis die ganze Tüte leer ist. Gleiches gilt für Eis. Ich bin leider kein disziplinierter Mensch. Wenn ich eine neue Serie schaue und sie mir gefällt, "binge-watche" ich schon mal bis spät in die Nacht, auch wenn ich das morgens, wenn der erste Knirps zu mir gekrabbelt kommt, sehr bereue. Und dann - Überraschung - schaffe ich es nicht Yoga zu machen oder joggen zu gehen. Teufelskreis. Macht aber Spaß - und ist lecker.

Was wünscht Du Dir?
Abgesehen von Weltfrieden und ewiger Gesundheit? Mehr Zeit für Dönekes. Mit meinen Liebsten und allein. Dann würde ich wieder auf Fotosafaris gehen. Irgendwann eine eigenen Fotoausstellung - das wär schon schick.

Wovor hast Du Angst?
Dem Tod. Ja, ich weiß, es ist uncool geworden Angst vor dem Tod zu haben. Ist aber so. Leider.

Was ist Dein Lieblings-Kinderbuch?
Aus meiner eigenen Kindheit "Oskis Buch der klugen Kinder" - von Maria Dessauer von 1976 (meine Güte, ich hätte nicht gedacht, dass das Buch schon so alt ist). Es ist in Versen geschrieben und sehr witzig. Und ich erinnere mich an ein Pixiebuch, dass ich geliebt habe. Es war blau und darauf war ein Kind mit roten Gummistiefeln, das unter einem großen Regenschirm versank. Ich glaube, es hieß sogar "Ein geblümter Regenschirm" oder so. Ich wünschte, das würde ich nochmal irgendwo finden.

Heutzutage gibt es Kinderbücher mit so traumhaft schönen Illustrationen. Da kann ich leider selten widerstehen. Und ich mag die Bücher von Axel Scheffler und Julia Donaldson. Ein Satz aus "Die Schnecke und der Buckelwal" habe ich zu meinem Arbeitsmotto erkoren.

"Von Wellen und Wogen, von Sonne und Wind, von Weiten, die voller Wunder sind."