Soundcheck Award 2020

We're New Again - A Reimagining von Makaya McCraven © Xl/Beggars Group/Indigo
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"We’re New Again – A Reimagining" von Makaya McCraven

Die Jury sagt: Ein Electronic-Jazz-Blues-Groove Album das zeitgemäß, postmodern und unglaublich gut produziert ist, mehr als eine Hommage an Scott-Heron, der 2011 gestorben ist.

Schlagzeuger Makaya McCraven © imago images/Agencia EFE
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Soundcheck Award 2020 geht an Makaya McCraven

Der Soundcheck Award für das "Beste Album des Jahres 2020" wird an den Jazz-Schlagzeuger und Produzenten Makaya McCraven verliehen.
 
Nach Ansicht der Jury von Tagesspiegel und Radioeins stelle dessen "We're New Again - A Reimanining" eine stilbildende Auseinandersetzung mit Leben und Werk des 2011 verstorbenen US-Poeten Gil Scott-Heron dar. Indem es Jazz- und Soul-Traditionen mit digitalen Mitteln neu interpretiere, stehe es für einen hochaktuellen künstlerischen Ansatz, der technologische Grenzen überwinde, ohne die Integrität des ursprünglichen Materials zu verletzen.
 
Der 37-jährige Musiker aus Chicago hatte sich des Nachlasses von Gil Scott-Heron angenommen, den der ein Jahr vor seinem Tod 2010 in Form des Albums "I'm New Here" in die Hände des britischen Produzenten Richard Russel gelegt hatte. Es war schon die dritte Überarbeitung von Scott-Herons Hinterlassenschaft, die zunächst dank Russel über das Stadium einer losen Sammlung aus Monologen, Gedankenfetzen und musikalischer Ideen hinausgelangt war. Russel hatte seinerzeit befreundete Musiker wie Bill Callahan und Kanye West gebeten, die von Scott-Heron eingesprochenen Texte zu vertonen. Danach nahm sich Jamie X des Materials an und versuchte es mit House-Beats zu verschneiden. Als nun McCraven das Puzzle aus Lebenserinnerungen neu sortierte, war der Soziologe, Rap-Pionier und Straßenpoet Scott-Heron beinahe zehn Jahre tot.
 
McCraven ist das seltene Kunststück gelungen, ein zeitgemäßes Werk aus den Splittern zusammenzusetzen, die ihm die Datenbanken zur Verfügung stellen. Darunter vor allem auch eigene Aufnahmen mit diversen seiner Jazzprojekten, die er nachträglich ediert und auf Kernmomente reduziert. Entstanden ist eine musikalische Erzählung, die erstmals Gil Scott-Herons verkrachtem Leben gerecht wird und es erfahrbar macht als eine schwarze Geschichte vaterloser Familien, des endlosen Bemühens um Anerkennung und Ehrbarkeit und ihrer dämonischen Begleiter Alkohol und Drogensucht.
 
Nominiert für den Soundcheck Award waren zudem Fiona Apples "Fetch The Bolt Cutters", das in jahrelanger Kleinarbeit entstandene Werk einer ebenso exzentrischen wie verletzlichen Persönlichkeit, die sich aus ihren kreativen Käfigen zu befreien versucht. Außerdem Laura Marlings exquisites "Song For Our Daughter" sowie das schmerzerfüllte Debütalbum "Every Bad" der britischen Indie-Band Porridge Radio. Schließlich standen auch Run The Jewels mit "RTJ4" auf der Shortlist des Preises. Er wird zum zwölften Mal verliehen. [mehr]

Schlagzeuger Makaya McCraven © imago images/Agencia EFE
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We're New Again - A Reimagining von Makaya McCraven © Xl/Beggars Group/Indigo
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We'Re New Again-a Reimagining By Makaya McCraven von Makaya McCraven & Gil Scott-Heron

Gil Scott-Herons letztes Album „I´m New Here“ war eigentlich nichts anderes als ein Ego-Trip des XL Recording Besitzers und Produzenten Richard Russel. Überschätzt, aber gefeiert. Zehn Jahre später hat Makaya McCraven das Material neu bearbeitet und entstanden ist ein Meisterwerk. Organisch, klassisch und so, als wäre Altmeister Scott-Heron im Studio dabei gewesen. Späte Gerechtigkeit nennt man das wohl. [mehr]

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Soundcheck Award 2020 - die Shortlist

Es war das Jahr, das Stadionrock gekillt hat. Und nicht nur das. Die globale Verbreitung des Covid-19-Erregers in 2020 verbannte Musiker von den Bühnen, sie verloren ihre überwiegend wichtigste Einnahmequelle und den so elementaren Zuspruch des Publikums. Trotzdem entstand großartige Musik, wie der Blick auf die diesjährige Shortlist des Soundcheck Award verrät... [mehr]

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Jeden Freitag zwischen 21 und 23 Uhr empfängt Andreas Müller im Wechsel mit Torsten Groß drei Musik-Journalist*innen auf radioeins. Vier Alben, die am Freitag neu erscheinen werden ausführlich besprochen. Produktionen großer Stars werden genauso einer gnadenlos kritischen Überprüfung unterzogen wie die Alben junger und völlig unbekannter Bands. Am Ende steht das Urteil. Aus drei Kategorien müssen die Kritiker*innen auswählen und damit bekennen, was sie von der Platte halten: ist die CD ein Hit? Eine Niete? Oder heißt es – die geht in Ordnung?! Die Meinungen der Soundchecker*innen sind hemmungslos subjektiv, euphorisch und polemisch – also immer voller Begeisterung für die Musik. Wenn Sie finden, das Quartett liegt völlig richtig oder auch total daneben, dann melden Sie sich... [mehr]