Soundcheck

Tomb von Angelo De Augustine

Tomb von Angelo De Augustine
Tomb von Angelo De Augustine | © Asthmatic Kitty (Cargo Records)

Flüstern ist das neue Singen. Jedenfalls in den Folk-Zirkeln, die unter dem Einfluss von Sufjan Stevens stehen, des Großmeisters der intimen Schicksalsmelodien. Angelo de Augustine aus Los Angeles gehört dazu. Die Songs seines zweiten Albums sind in Einsamkeit entstanden und für sie. Perfekt arrangierte, betörende Melancholie so leise gehaucht, als würde die Musik sich außerhalb ihrer selbst keinen Wert beimessen.

Aber so ist das nach schmerzhaften Trennungen: Alles wird in Frage gestellt, das Vertraute gesucht, und ihm doch misstraut. In vier Tagen schrieb de Augustine seine Songs, in fünf nahm er sie auf. Der Verlust hat schneller ans Licht befördert, was in diesem spätberufenen Songwriter steckt. Und dass Stevens bei „Time“ am Klavier sitzt, ist weniger eine Hilfestellung als eine Verbeugung.

Kai Müller, Tagesspiegel

Soundcheck-Wertung: 3 x Hit, 1 x Geht in Ordnung