Soundcheck

Drift Code von Rustin Man

Drift Code von Rustin Man
Drift Code von Rustin Man | © Domino

Als Talk Talk verstummte, hatte die britische Band mit nur sechs Songs auf „Spirit of Eden“ alles gesagt. Weiter konnte man sich nicht von den Erwartungen an eine Popband entfernen. Man konnte aber auch die Geduld der Plattenfirma nicht weiter strapazieren, die Hits wie „Such A Shame“ verkaufen wollte und Musik bekam, für die es noch kein Vokabular gab.

Paul Webb war Bassist der Band in ihrer wichtigsten Phase. Er schied aus, als die Plattenfirma die Reißleine zog, und machte ein Weilchen unter dem Projektnamen O.rang weiter. Dann wurde es auch um ihn still. Er begann, sich „rostiger Mann“ zu nennen. Mit 57 Jahren hat er sein zweites Soloalbum fertiggestellt – ein erstes war 2000 mit Trip-Hop-Ikone Beth Gibbons entstanden. „Drift Code“ klingt wie eine Wortmeldung aus dem Schattenreich vergessener Genies, dessen Pforten von Scott Walker und Robert Wyatt gehütet werden: brüchige Stimme, verschachtelte Rhythmen und orchestrales Pathos. Grandios.

Kai Müller, Tagesspiegel

 

Soundcheck-Wertung: 2 x geht in Ordnung 2x Hit