Soundcheck

Bish Bosch von Scott Walker

Bish Bosch von Scott Walker
Die Idee muss irgendwann nach den wirren 70er-Jahren mal aus der Popkultur wegrationalisiert worden sein: dass man als Musiker ein Album aufnehmen könnte, das außer einem selbst niemand versteht. Weil es eigentlich unhörbar ist und voll mit scheinbar privatmythologischen Verweisen zu irgendwas, nur nichts, was gleich Sinn machte. Ein paar alte Männer immerhin pflegen die Tradition des künstlerisch wertvollen Unverständlichseins noch, und der 69-jährige Scott Walker ist neben Lou Reed wohl der Bedeutendste unter ihnen. Berühmt geworden ist er in den 60er-Jahren mit den Walker Brothers, und nach einigen Soloerfolgen wurde er dann obskur. „Bish Bosch“, sein 14. Album, ist sein bislang wohl obskurstes: Neun orchestrierte Kakophonie-„Lieder“ lang fragt man sich, was das soll. Aber das ist vermutlich die falsche Frage.
Dirk Peitz