Mo13.06.
2022
15:00 - 19:00

mo-do, 15:00 - 19:00

radioeins ab drei

mit Max Spallek und Frauke Oppenberg

Max Spallek

Krise, Krise, Krise – und es geht uns gut. Denn mit unseren ModeratorInnen bieten wir Ihren anspruchsvollen Ohren nicht weniger als unsere Chefintellektuellen. Einzeln und fein verpackt wechseln sie sich ab und erklären Ihnen die Welt. Egal, ob Mikrokrisen oder Staatsbankrotte, kollabierende Ökosysteme oder psychosoziale Verwerfungen – radioeins begleitet Sie souverän durch alle tagesaktuellen Untiefen in den sicheren Feierabend.

18:20

Harald Martenstein über

Gott wäre beim Katholikentag nicht eingeladen

Beim Katholikentag in Stuttgart wollte sich die Kirche modern und reformfreudig geben. Dabei ist doch gerade das Unzeitgemäße das Reizvolle an ihr.

Podcast Harald Martenstein
radioeins

Zufällig ist Harald Martenstein während des Katholikentags kurz in Stuttgart gewesen. Der Katholikentag Nummer 102 machte einen recht traurigen Eindruck, es waren kaum Leute da. Sogar bei den Heimspielen von Hertha BSC ist manchmal mehr los.

Martenstein wollte schauen, was in der Stiftskirche geboten wird, seiner Stuttgarter Lieblingskirche, aber man durfte wegen des Katholikentags nur mit Maske rein. Er hatte keine dabei. Auf der großen Bühne in der Nähe war „Sultans of Swing“ von den Dire Straits zu hören, leider nur vom Band. Die Anwesenheit der Dire Straits hätte den Katholikentag sofort in eine andere Aufmerksamkeits-Sphäre katapultiert, womöglich wäre sogar CNN angereist.

Statt der Dire Straits war wenigstens Olaf Scholz da, der aus der evangelischen Kirche ausgetreten ist, also nicht mal aus der katholischen. Das Thema "Warum ich nicht mal aus der katholischen Kirche ausgetreten bin" war den Veranstaltern offenbar theologisch zu heikel, stattdessen sprach Scholz unter anderem, thematisch immerhin verwandt, über den Ausstieg aus der Kohleverstromung. Dabei störten Klimaaktivisten, einer wurde weggetragen. Jesus hätte so eine Situation sicher anders gelöst.

Scholz sagte über die Störer, deren "schwarz gekleidete Inszenierungen" erinnerten ihn an "eine Zeit, die lange zurückliegt". Damit meinte er womöglich die Kirchentage von früher, als alle Priester noch Schwarz trugen. Der Satz "Früher war bei den Katholiken noch die Hölle los" verbietet sich hier.

17:20

Aktuell

Wetter in Berlin und Brandenburg

Wetter

Hagelschlag oder Sonnenschein: Die Meteorologen von donnerwetter.de präsentierten den radioeins-Hörern, wie das Wetter in Berlin und Brandenburg wird. [mehr]

17:10

Schöner Lesen

"Vladimir" von Julia May Jonas

Die Buchhändler-Empfehlung am heutigen Montag ist: "Vladimir" von Julia May Jonas.

Vladimir von Julia May Jonas
Blessing

Sie ist Ende fünfzig, Literaturprofessorin an einem kleinen College an der amerikanischen Ostküste und beliebt bei ihren Studierenden. Mit John, ihrem Mann, führt sie eine offene Beziehung. Doch genau dies, seine Affären mit Studentinnen, lässt ihre Welt aus den Fugen geraten. Und dann ist da noch Vladimir, ihre große Versuchung. 20 Jahre jünger und ihre große Obsession....
 
Wohin sie dieser Mann und das Begehren für ihn führt, weiß Maria Christina Piwowarski aus der Buchhandlung "ocelot" in der Brunnenstrasse. Sie hat "Vladimir" von Julia May Jonas für uns gelesen. [mehr]

15:40
Rubrik telefonverlosung

Album der Woche

Up And Away von Σtella

15 Uhr 40, täglich vorgestellt von Claudia Gerth

Σtella (also Stella, geschrieben mit einem Sigma) ist eine in Athen lebende Musikerin und bildende Künstlerin, die mit „Up and Away“ ein in Vintage geschwenktes Album veröffentlicht.

Up And Away von Σtella
Sub Pop

Während der Entstehung des Albums, das Tom Calvert alias Redinho mit ihr produzierte, entdeckte sie alte griechische Songs und hörte sie auf dem Grammophon ihres Großvaters. "Ich war begeistert von griechischen Folk-Pop-Künstlern wie Grigoris Bithikotsis und dem Tzeni Vanou, aber auch von internationalen Künstlern wie Tony Motolla und Julio Inglesias", erinnert sie sich. Außerdem entdeckten Tom und sie ihre gegenseitige Wertschätzung für Khruangbin, Elias Rahbani und Aris San, die sie dazu inspirierte, den authentischen Sound von Σtellas Heimat einzufangen. So schlagen Σtellas Songs eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
 
"Up and Away" ist ein Album, das sich zwischen einer alles verzehrenden Affäre und einer tiefen Liebe bewegt. Σtellas süßer Gesang wird durch schwindelerregende Explosionen von Christos Skondras' Bouzouki-Improvisationen und Sofia Labropoulous verträumtem Kanun kontrastiert.
 
Zu ihren Songtexten sagt Σtella: "Ich schreibe im Grunde über Geschichten, die mir oder anderen Menschen passiert sind. Es sind immer Dinge, die ich erlebt habe. Ich bin wie jemand, der aus der Ferne zusieht und dann etwas daraus macht. Es ist einfach das tägliche Leben." [mehr]