Di19.04.
2022
15:00 - 19:00

mo-do, 15:00 - 19:00

radioeins ab drei

mit Max Spallek und Frauke Oppenberg

Max Spallek

Krise, Krise, Krise – und es geht uns gut. Denn mit unseren ModeratorInnen bieten wir Ihren anspruchsvollen Ohren nicht weniger als unsere Chefintellektuellen. Einzeln und fein verpackt wechseln sie sich ab und erklären Ihnen die Welt. Egal, ob Mikrokrisen oder Staatsbankrotte, kollabierende Ökosysteme oder psychosoziale Verwerfungen – radioeins begleitet Sie souverän durch alle tagesaktuellen Untiefen in den sicheren Feierabend.

18:40

Harald Martenstein

Über Enkel und Großmutter und ein Gebet in der Bahn

Harald Martenstein hatte gehofft, dass sein kleiner Sohn noch ein paar positive Erinnerungen an seine Großmutter sammeln kann. Das gestaltete sich bisher schwierig. Sie ist dement, seitdem hat er Angst vor ihr. An die Zeit davor erinnert er sich kaum. Inzwischen aber ist er sieben und kann begreifen, was mit ihr los ist.

Podcast Harald Martenstein
radioeins

Harald Martenstein und sein Sohn fuhren zu ihrem 89. Geburtstag ins Heim, sie erkannte ihn möglicherweise. Zum ersten Mal setzte er sich entspannt auf ihren Schoß und sagte "Oma" zu ihr, was ihr sichtlich gefiel. Auf dem Flur des Heims hängen bunte Tierfotos. Harald Martensteins Sohn mag es, wenn er seine Mutter fragt, was das denn für ein Tier sei auf dem Bild. Ist es zum Beispiel ein Löwe, dann antwortet sie so etwas wie "Elefant" oder auch "Giraffe". Ein Tier aus Afrika, die Richtung stimmt. Eine Robbe heißt bei ihr Fisch. Der Enkel findet diese Antworten lustig. Er versteht, dass ihre Krankheit sie so antworten lässt.

17:20

Aktuell

Wetter in Berlin und Brandenburg

Wetter

Hagelschlag oder Sonnenschein: Die Meteorologen von donnerwetter.de präsentierten den radioeins-Hörern, wie das Wetter in Berlin und Brandenburg wird. [mehr]

16:40

Wissen - Denken - Meinen

Neue Streamingserie der Kardashians

Ein Kommentar von Julia Friese

Die Kardashians. Mehr muss man eigentlich gar nicht sagen. Nur: die Kardashians. Und schon bekommt man Kommentare wie: Wer? Oder: Muss man die kennen? Dabei sind sie die bekanntesten Menschen unserer Zeit, die allein für das Bekanntsein bekannt sind.

Julia Friese
Moritz Thau

Die jüngste Kardashian-Schwester Kylie ist mit 329 Millionen Follower*innen, die am meisten gefolgte Frau der Welt. Woher kam der Erfolg nochmal ? Es gab da mal ein Sex-Tape vom Kim Kardashian, danach bekam die Familie mit „Keeping Up With The Kardashians“ eine eigene Reality-Serie. Diese lief über 20 Staffeln und wurde im vergangen Jahr eingestellt. Aber jetzt sind sie zurück, mit einer Streaming-Serie auf Disney+.
 
Julia Friese, Kulturjournalistin aus Berlin sagt: „The Kardashians“ muss man sich angucken, wenn man die popkulturelle Gegenwart verstehen will.
 
Aber warum denn bloß? Ein Kommentar von Julia Friese, Kulturjournalistin aus Berlin.

15:40
Rubrik telefonverlosung

Album der Woche

The Line Is A Curve von Kae Tempest

Das neue Album handelt vom Druck und vom Loslassen solcher Dinge wie Scham, Angst, Vereinsamung und davon, Wachstum und Liebe zu bejahen.

The Line Is A Curve von Kae Tempest
Virgin

Nachdem das letzte Album 2019 von Rick Rubin produziert worden war, mit weitreichenden Folgen, ist nun wieder der altbekannte Produzent Dan Carey an Bord, der als besonders unaufdringlicher Produzent gilt. Und: Zum ersten Mal gibt es statt Tempests fiktiven Figuren-Arsenals nur Tempest selbst und mehrere "echte" Feature-Gäste. Also eine "richtige" Gemeinschaft. So wie in dem Song "More Pressure" z.B. den amerikanischen Rapper Kevin Abstract vom Brockhampton-Kollektiv, der Tempest von ihrem gemeinsamen Freund Rick Rubin vorgestellt wurde.
 
Kae Tempest, ehemals Kate Tempest, ist und bleibt ein Wunder. Ein Wunder an Talent, was Sprache betrifft. 1985 in London geboren, brach Kae Tempest mit 16 die Schule ab, jobbte im Plattenladen und performte auf Poetry Slams. Danach veröffentlichte Tempest am laufenden Band alles, womit man Sprache kanalisieren konnte: Lyrikbände, Theaterstücke, Romane und vor allem Musik. Es regnete Preise, darunter den Lyrikpreis der britischen Poetry Society. Bei so viel Sprachtalent, könnte man meinen, Tempest würde sich in prätentiösen Formulierungen verlieren, doch das ist nicht so. Auch nicht auf dem neuen Album "The Line is a Curve". [mehr]