Mo07.02.
2022
15:00 - 19:00

mo-do, 15:00 - 19:00

radioeins ab drei

mit Max Spallek

Max Spallek

Krise, Krise, Krise – und es geht uns gut. Denn mit unseren ModeratorInnen bieten wir Ihren anspruchsvollen Ohren nicht weniger als unsere Chefintellektuellen. Einzeln und fein verpackt wechseln sie sich ab und erklären Ihnen die Welt. Egal, ob Mikrokrisen oder Staatsbankrotte, kollabierende Ökosysteme oder psychosoziale Verwerfungen – radioeins begleitet Sie souverän durch alle tagesaktuellen Untiefen in den sicheren Feierabend.

18:20

Harald Martenstein über

Wörter, die man angeblich nicht mehr aussprechen sollte

Laut einer neuen Liste mit 62 Problemwörtern soll man statt "Häuptling" besser "Hä-Wort" sagen. Die Kommunikation unter Antirassisten dürfte so immer schwieriger werden.

Podcast Harald Martenstein
radioeins

Wie gerne würde Harald Martenstein damit angeben, zu den regelmäßigen Lesern der populärwissenschaftlichen Zeitschrift "AmerIndian Research" zu gehören, die sich "indianische Kulturen von Alaska bis Feuerland" zum Thema nimmt. Die Leute würden denken: Dieser Mann interessiert sich wirklich für alles. Aber er hat nur seit etwa vier Jahrzehnten eine allseitig interessierte Freundin. Die liest das.

Sie hat ihn auf eine neue Liste von 62 Wörtern aufmerksam gemacht, die angeblich rassistisch oder sexistisch sind. Die Zahl der Wörter, die man nicht mehr verwenden sollte, wächst seit einigen Jahren in ähnlichem Tempo wie die Staatsschulden, in einigen Fällen durchaus zu Recht. Zum Glück aller sprachsensiblen Autor*innen sind die sehr häufig benutzten Konjunktionen, also Wörter wie "und", "aber" oder "oder", bisher nicht von Säuberungen betroffen. Auch Satzzeichen gelten erstaunlicherweise als politisch unbelastet.

Wieso wird eigentlich das einzige weibliche Satzzeichen, die Klammer, immer verwendet, um weniger wichtige Satzpassagen zu kennzeichnen? Der Punkt dagegen sagt "Schluss jetzt". Muss denn ausgerechnet Martenstein auf den Sexismus der deutschen Interpunktion hinweisen?

17:10

Schöner Lesen

"Die Verschwörung der Krähen" von Markus Gasser

Neu auf Platz 8 der radioeins-Bücherliste "Die Verschwörung der Krähen" von Markus Gasser.

Die Verschwörung der Krähen (Cover)
C.H.Beck

London im Jahr 1703. Gerade erschien hier die erste Tageszeitung Englands, das Bürgertum besucht die neu entstehenden Kaffeehäuser und an jeder Ecke werden aktuelle politische Fragen debattiert. Auch von Autoren, von denen man es nicht erwartet hätte – oder woher ist Ihnen der Name Daniel Defoe geläufig? Vermutlich eher durch einen Bestseller "Robinson Crusoe". Aber Defoe war auch ein Kritiker von Königin Anne. Was ihn wahlweise an den Pranger, ins Gefängnis oder auf diverse Fluchtwege schickte. Grund genug, sich sein Leben mal genauer zu betrachten.
 
Und wer könnte das besser, als unsere Majestät des guten Buches, Kurt von Hammerstein, aus der Buchhandlung "Hundt Hammer Stein". Er hat "Die Verschwörung der Krähen" von Markus Gasser für uns gelesen. [mehr]

15:40
Rubrik telefonverlosung

Album der Woche

Chimes At Midnight von Madrugada

Der tragische Tod ihres Gitarristen Robert Burås führte dazu, dass sich Madrugada 2007 auflösten. Erst das Jubiläum ihres Debütalbums "Industrial Silence", ließ den Wunsch entstehen, wieder gemeinsam auf der Bühne zu stehen. Daraus wiederum wuchs die Idee zum neuen Album, dem ersten Madrugadaalbum seit 14 Jahren und es klingt so, als wären sie nie weggewesen.

Chimes At Midnight von Madrugada
Warner

Wieder zusammenzukommen, war eigentlich nicht der Plan. Sie seien selbst überrascht gewesen, meint der Sänger von Madrugada, Sivert Høyem. Vor allem aber war die Reaktion des Publikums für sie eine große Überraschung. Es kamen überall, wo sie spielten, doppelt so viele Leute wie vorher. Eine bessere Motivation konnte es nicht geben. Das Resultat: Eine Menge Selbstvertrauen. Etwas, das früher nicht so da war und das vollkommen verschwand, als sie ihren Gitarristen verloren hatten. Doch sie haben überlebt und der Madrugada-typische Sound wirkt wie konserviert. Bluesiger Rock mit Einflüssen des Dark Country und Folk und mit der unverwechselbaren, tiefen Stimme von Sänger Sivert Høyem. Immer mit einem melancholischen Unterton und bisweilen nostalgisch. [mehr]