Mo17.01.
2022
15:00 - 19:00

mo-do, 15:00 - 19:00

radioeins ab drei

mit Mareile Scheidemann und Maximilian Ulrich

Mareile "Meili" Scheidemann

Krise, Krise, Krise – und es geht uns gut. Denn mit unseren ModeratorInnen bieten wir Ihren anspruchsvollen Ohren nicht weniger als unsere Chefintellektuellen. Einzeln und fein verpackt wechseln sie sich ab und erklären Ihnen die Welt. Egal, ob Mikrokrisen oder Staatsbankrotte, kollabierende Ökosysteme oder psychosoziale Verwerfungen – radioeins begleitet Sie souverän durch alle tagesaktuellen Untiefen in den sicheren Feierabend.

18:20

Harald Martenstein über

Gute und böse Meinungen

Es wird immer strittige Themen geben. Neu ist die Tendenz, eine der Seiten als "die Bösen" moralisch abzuqualifizieren. Zivilisatorisch waren wir schon mal weiter.

Podcast Harald Martenstein
radioeins

Der These, dass um Kolumnisten zu viel Gewese gemacht wird, würde Martenstein sofort zustimmen, wenn er nicht zufällig selber zu dieser Spezies gehören würde. Sobald man Teil einer Gruppe ist, hat man seltsamerweise mehr Verständnis für sie. Wenn du nicht 1000 Meilen in den Mokassins eines anderen gegangen bist, hast du nicht das Recht, ihn zu verurteilen, sagen die Indianer. Das neue Wort für Indianer hat er vergessen. Wer ihm das zum Vorwurf machen will, möge zuvor 500 Meilen in seinen Mokassins wandeln. Die zweiten 500 Meilen gehen aufs Haus...

17:20

Aktuell

Wetter in Berlin und Brandenburg

Wetter

Hagelschlag oder Sonnenschein: Die Meteorologen von donnerwetter.de präsentierten den radioeins-Hörern, wie das Wetter in Berlin und Brandenburg wird. [mehr]

16:10

Schöner Lesen

"Hundepark" von Sofi Oksanen

Neu auf Platz 4 der radioeins-Bücherliste "Hundepark" von Sofi Oksanen.

"Hundepark" von Sofi Oksanen
Kiepenheuer & Witsch / IMAGO / blickwinkel

In der Ukraine hatte Olenka alles: Geld, Luxus, Liebe. Sie wurde reich durch den Kinderwunsch verzweifelter Paare. Nun arbeitet sie als Putzfrau in Helsinki und kommt hier regelmäßig in den Hundepark. Getarnt als unbeteiligte, in Bücher vertiefte Frau, beobachtet sie Kinder, deren Geschichte mit ihrer eigenen verbunden ist.
 
Was in der Ukraine geschehen ist und warum Olenka nach Finnland fliehen musste , weiß Eleni Efthimiou aus der Buchhandlung "Leseglück" in Kreuzberg. Sie hat "Hundepark" von Sofi Oksanen für uns gelesen [mehr]

"Hundepark" von Sofi Oksanen
Kiepenheuer & Witsch / IMAGO / blickwinkel
Download (mp3, 5 MB)
15:40
Rubrik telefonverlosung

Album der Woche

Covers von Cat Power

Coversongs haben schon immer eine wichtige Rolle im Kanon von Chan Marshall alias Cat Power gespielt, und Covers vervollständigt eine Art Trilogie, die den beliebten früheren Cat Power-Sammlungen Jukebox (2008) und The Covers Record (2000) folgt. Sie gibt den Song ein komplett neues und zumeist überraschend anderes Gewand und lässt aus ihnen ihre Leidenschaft für Musik sprechen.

Covers von Cat Power
Domino

Covers wurde komplett von Marshall produziert und enthält völlig neu interpretierte Songs von Frank Ocean, Bob Seger, Lana Del Rey, Jackson Browne, Iggy Pop, The Pogues, Nick Cave und The Replacements und anderen, sowie eine aktualisierte Version ihres eigenen Songs „Hate“ von The Greatest (2006), der für dieses Album in „Unhate“ umbenannt wurde.
 
Ihr Vorgehen beim Covern ist das der Reduktion: Sie entblättert jeden Song bis auf seinen Kern, auf die musikalische Idee und lässt diese strahlen. Das Covern an sich hat eine lange Tradition. Sie wurde in allen Kulturen stets ausgeübt. Diese Tradition begann ja schon bevor Menschen jemals etwas aufgeschrieben haben. In der Folkmusik ist das Covern von Songs immer schon gang und gäbe. Es sei einfach natürlich, sagt Chan Marshall, dass man die Songs, die man liebt, singen will. Es ist etwas Ursprüngliches, zunächst die Songs zu singen, die man kennt und mag, bevor du lernst deine eigenen Songs zu schreiben. Sie will sich bisweilen einfach an diesen Ursprung erinnern.
 
Marshalls Interpretation von „Bad Religion“ entstand, nachdem sie ihr eigener Song „In Your Face“ vom letzten Album Wanderer so runtergezogen hatte. Sie brauchte ein Gegengewicht und fand es in dem Frank Ocean-Song. Eine Reflexion über Religion, die einigen Halt gibt und andere ausschließt. [mehr]