Mo16.05.
2022
08:40 - 08:50

Lesung im großen Sendesaal

"Serge" von Yasmina Reza

Marta Popper stirbt, vor dem Fernseher, in dem gerade die Trauerfeier für die Opfer eines Terroranschlags läuft. Die Kinder sind bekümmert über den Tod der Mutter – nicht zuletzt, weil sie ihr doch gerade ein neues, teures Pflegebett gekauft haben.

"Serge" ist der neue Roman von Schriftstellerin Yasmina Reza, die seit ihren Stücken „Kunst“ und „Der Gott des Gemetzels“ berühmt ist - und er ist bitterböse wie ebenso grandios, sagen die radioeins-Literaturagenten.

Die Hinterbliebenen der verstorbenen Marta Popper kommen auf die Idee, ihren Lebensspuren nachzugehen: im KZ Auschwitz-Birkenau, das sie überlebt hat. Und so unternehmen sie einen Familienausflug zu dieser Gedenkstätte eines Menschheitsverbrechens. Dort müssen sie mit ansehen, wie aus einem Ort der Erinnerungskultur eine Touristenattraktion geworden ist. Zudem aber brechen alte Konflikte innerhalb der Familie wieder auf. Es kommt zu den verbissenen, gestörten, entlarvenden Dialogen, die Yazmina Reza gestern im großen RBB-Sendesaal präsentiert hat.

Literaturagent Thomas Böhm war für uns dabei.