Di12.04.
2022
06:40 - 06:50

Österreichs Kanzler bei Putin

Diplomatische Bemühungen für ein Ende der Kampfhandlungen

Russlands Krieg gegen die Ukraine geht unvermindert weiter. Gestern besuchte Österreichs Kanzler Nehammer als erster Regierungschef eines EU-Landes Kremlchef Putin. Seine Botschaft an Putin sei gewesen, dass der Krieg endlich enden müsse. Fazit: Er sei nach dem Gespräch eher pessimistisch, was eine Ende der Kampfhandlungen angehe. "Das Gespräch mit Präsident Putin war sehr direkt, offen und hart", so Nehammer.

Seit gut sechs Wochen führt Russland Krieg gegen die Ukraine. Seitdem liegen die diplomatischen Beziehungen zwischen Russlands Präsident Putin und dem Westen quasi auf Eis. Zumindest bis gestern.

Als erster westlicher Regierungschef seit Kriegsbeginn, war gestern der österreichische Bundeskanzler Karl Nehammer zu Gast in Moskau, nachdem er am Samstag in Kyjiw war. Nehammer bezeichnete das einstündige Gespräch als sehr "direkt, offen und hart". Seine Botschaft an Putin sei gewesen, dass der Krieg endlich enden müsse. Er habe auch die schweren Kriegsverbrechen angesprochen.

Österreich hat traditionell ein enges Verhältnis zu Russland, trägt jetzt aber alle EU-Sanktionen mit. War das Treffen ein wichtiger Versuch den Krieg endlich zu beenden, oder ein Tabubruch in den Beziehungen zum Kriegsherr Putin? Die Reaktionen gehen bislang auseinander.

Wir sprechen darüber mit Sergey Lagodinsky. Der EU-Parlamentarier mit russischen Wurzeln ist russlandpolitischer Sprecher der Grünen im Europaparlament.