Mi11.08.
2021
07:04 - 07:08

Streik der Lokführer*innen

Fahrgastverband Pro Bahn: Bahn muss überlegen, wie sie zuverlässiger wird

Die Lokführer*innen sind heute Nacht wegen des Tarifkonflikts mit der Bahn in einen bundesweit 48-stündigen Streik beim Personenverkehr gegangen. Die Gewerkschaftmitglieder*innen hatten gestern mit einer großen Mehrheit von 95 Prozent für einen Streik gestimmt, sagte GDL-Chef Weselsky.

Heute und morgen wird ungefähr nur jeder vierte geplante Fernzug bei der Deutschen Bahn fahren. Grund ist der Streik der Lokführer*innen, der seit 2 Uhr nachts für den Personenverkehr gilt. Auch beim Regionalverkehr wird das Angebot laut Bahn sehr eingeschränkt sein. So hat die Bahn wegen des Streiks einen Ersatzfahrplan für den Nah- und Fernverkehr erstellt. Stark frequentierte Strecken sowie Anbindungen an wichtige Bahnhöfe und Flughäfen haben dabei Priorität. Für den Regional- und S-Bahnverkehr wurden ebenfalls Ersatzfahrpläne erstellt.

GDL-Chef Claus Weselsky verteidigte den Streik im Inforadio vom rbb, weil die Angebote der Bahn in der laufenden Tarifauseinandersetzung für die Lokführer*innen reale Einkommenverluste und den Wegfall der Betriebsrente bedeutet hätten.

Die Bahn übte unterdessen scharfe Kritik an der Lokführergewerkschaft. Der Streik sei eine Eskalation zur Unzeit, sagte Personalchef Seiler. Auch der Fahrgastverband Pro Bahn erklärte, der Arbeitskampf komme zu kurzfristig.

Tom Böttcher und Marco Seiffert sprechen darüber mit Lukas Iffländer von Pro Bahn. Der Konzern müsse sich überlegen, wie man zuverlässiger wird, eine Möglichkeit wäre die Verbeamtung.