Sa01.05.
2021
15:00 - 19:00

Die radioeins Fettecke

mit Knut Elstermann

Knut Elstermann © radioeins/Saupe
18:40

Radioday "Fettecke"

Finja Sander performt „Nr. 27“

Am Tag der Fettecke nur über Kunst reden, das wäre uns viel zu wenig. Stattdessen haben wir Künstler*innen eingeladen, den Radioday mit ihren Arbeiten so richtig lebendig zu machen. Finja Sander, 25 Jahre jung, setzte heute ihre Performance 27 um.

Performance von Finja Sander © radioeins/Kaminski
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Finja Sander studiert im 11. Semester bildende Kunst an der Universität der Künste, Schwerpunkt Performance-Kunst.
 
Ihre mehrstündigen Performances finden meistens im öffentlichen Raum statt, dabei arbeitet Finja Sander mit einer ähnlichen Materialsymbolik wie Beuys: Mit Gegenständen aus dem alltäglichen Leben, aus der Natur, der Industrie. Sie versucht mit diesen Dingen in den Dialog zu treten. In scheinbar simplen Handlungen. Dabei entstehen tolle, bildgewaltige Performances. Ihre mehrstündige Performance 27 wurde auf radioeins.de vollständig gestreamt. [mehr]

Performance von Finja Sander © radioeins/Kaminski
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18:10

Radioday "Fettecke"

Beuys For Future

Für die Documenta 7 pflanzte Joseph Beuys zwischen 1982 und 1987 in Kassel insgesamt 7.000 Eichen. Sein für Hamburg in dieser Zeit geplantes ökologisches Kunstwerk „Kunst-Natur-Kultur“ kommentierte Beuys: „Die Zerstörung ist da, ist schon so weit fortgeschritten, dass sie vielen Wissenschaftlern nicht mehr reparabel erscheint.“ Heute drängt die Fridays For Future Bewegung darauf, Wissenschaftler*innen ernst zu nehmen.

Maria Korporal (r.) und Petra Lehnardt-Olm (m.) im Gespräch © radioeins/Kaminski
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Und in der Kunst ist das Thema Nachhaltigkeit auch längst angekommen. In der Berliner Galerie für Nachhaltige Kunst stellt die Group Global 3000 Werke aus, die den Diskurs über die existentielle Klimakrise befeuern soll.
 
Die Werke beziehen sich explizit auf das Schaffen von Beuys. Zwei der Künstler*innen der Group Global 3000 - Maria Korporal und Petra Lehnardt-Olm - fragen wir, wie die Ideen von Beuys und ihre eigene Kunst uns aus der Klimakrise helfen können. [mehr]

Maria Korporal (r.) und Petra Lehnardt-Olm (m.) im Gespräch © radioeins/Kaminski
radioeins/Kaminski
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17:40

Radioday "Fettecke"

Peter Licht über das Scheitern einer Beuys-Performance

„I like America and America likes Me“ war eine Aktion von Joseph Beuys, die im Mai 1974 in der Galerie René Block in New York stattfand. Beuys ließ sich dabei mit verbundenen Augen in einem Krankenwagen direkt in die Galerie transportieren, weil er „nichts von Amerika sehen und von der Außenwelt isoliert sein wolle“.

Peter Licht
Christian Knieps

In der Galerie ließ er sich mit einem Kojoten einsperren. Von Indigenen Nordamerikas wird der Kojote als ein heiliges Tier verehrt und spielt im Schöpfungsmythos eine aktive Rolle in der Entstehung der Welt. Beuys nahm das Tier in seine Aktion auf, um diese ursprüngliche Energie zu channeln.
 
Der Musiker Peter Licht („Sonnendeck“) Hat versucht, für den Radioday die Beuys-Performance ins Hier und Jetzt und in die Hauptstadt zu transferieren („I like die Hauptstadt and die Hauptstadt likes me“). Warum er daran gescheitert ist, erfahren wir an dieser Stelle.

Peter Licht
Christian Knieps
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17:10

Horst Bredekamp

Fluxus Happening in Berlin 1969 endet in Saalschlacht

Im Frühling 1969 reist der Kieler Kunstgeschichtsstudent Horst Bredekamp mit einem Uni Seminar nach Berlin, um in der Gemäldegalerie die Alten Niederländer zu studieren. Zufällig bekommen die jungen Studenten den Hinweis, dass am Abend ein Fluxus Konzert von Joseph Beuys stattfinden soll.

Horst Bredekamp © radioeins/Kaminski
radioeins/Kaminski

Das wollen sie sich nicht entgehen lassen. Das Konzert geht die ganze Nacht und endet in einer Saalschlacht mit einem zertrümmerten Klavierflügel. Horst Bredekamp, später Professor für Kunstgeschichte an der Humboldt-Universitäz zu Berlin, erinnert sich an das unglaubliche Happening und einen beeindruckenden Beuys bis heute.

Horst Bredekamp © radioeins/Kaminski
radioeins/Kaminski
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16:40

Radioday "Fettecke"

Beuys im Film mit Andres Veiel

Für den Jugendlichen Andres Veiel, der in einer schwäbischen Vorstadt aufwuchs, waren Beuys und sein Kunstbegriff Sprengstoff und Horizonterweiterung. Dass er nichts von seiner Bedeutung eingebüßt hat, wurde ihm klar, als er sich seit 2013 intensiv mit dem Künstler beschäftigte.

Regisseur Andres Veiel
snapshot-photography/T. Seeliger

Beuys, so Veiel, habe sich immer in Widersprüchen und Rätseln offenbart und entzogen, nicht zuletzt durch seinen schlagfertigen Humor. Aus einer montierten Collage unzähliger Bild- und Tondokumente stellten Regisseur Andres Veiel und der Schnittmeister Sebastian Krumbiegel aus Hunderten Stunden Material ein einzigartiges Zeitdokument zusammen, das zu 95 Prozent aus Archivmaterial besteht. Und deshalb darf Andres Veiel natürlich an diesem Radioday auch nicht fehlen!

Regisseur Andres Veiel
snapshot-photography/T. Seeliger
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16:10

Radioday "Fettecke"

Die Wiese performt „Unter Welchem Hut Steckt Beuys?“

Auf die Bedeutung der Sprache wies Beuys in einer seiner letzten öffentlichen Reden am 20. November 1985 in den Münchner Kammerspielen hin.„Mein Weg ging durch die Spra­che, so sonderbar es ist, er ging nicht von der sogenannten bildnerischen Bega­bung aus.“ In dieser Rede stellte Beuys auch die Verbindung her zum Erbe des Nationalsozialismus und dem Rassismus seiner Gegenwart.

Christian Filips (r.) und Marwa Younes Almokbel (m.) © radioeins/Kaminski
radioeins/Kaminski

Das Kollektiv „Die Wiese“ hat die letzten öffentlichen Worte von Beuys zum Anlass genommen, über Sprache, Herkunft und Heimat nachzudenken. „Unter Welchem Hut steckt Beuys“ heißt ihre Performance, die für die kommende Ausstellung im Hamburger Bahnhof konzipiert ist. Einen ersten Höreindruck gibt es schon an diesem Radioday mit Fettecke.

Christian Filips (r.) und Marwa Younes Almokbel (m.) © radioeins/Kaminski
radioeins/Kaminski
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15:10

Radioday "Fettecke"

Beuys und sein Einfluss auf die Kunstszene in der DDR

Eugen Blume studierte bis 1981 an der Humboldt-Universität zu Berlin Kunstgeschichte, Archäologie, Ästhetik und Kulturwissenschaften und beendete sein Studium über den Kunstbegriff bei Joseph Beuys.

Humboldt Universität Berlin © IMAGO / agefotostock
IMAGO / agefotostock

Dessen “Erweiterten Kunstbegriff“ machte Blume in der Ost-Berliner Künstlerszene bekannt und er engagierte sich im inoffiziell betriebenen „Aktionsraum Sredzkistraße 64“ in Berlin-Prenzlauer Berg. Eine Einladung Beuys nach Ost-Berlin scheiterte, Blume konnte Beuys nie persönlich treffen. Über Beuys Einfluss auf die Künstler der DDR sprechen wir mit dem ehemaligen Leiter des Hamburger Bahnhofs.

Humboldt Universität Berlin © IMAGO / agefotostock
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