Mo05.04.
2021
12:00 - 15:00

Ostermontag

Haarsträubend - ein haariger Radioday

mit Steen Lorenzen

Fast jeder hat sie – wir nutzen sie zum Ausdruck unserer Individualität, zugleich sind sie faszinierend, politisch und erotisch. Unsere Haare.

Steen Lorenzen

Es gibt unzählige Geschichten über sie zu erzählen und an diesem haarsträubenden Radioday wollen wir einige davon gemeinsam mit Ihnen entdecken.

14:40

Radioday "Haarsträubend"

Der Weg zum natürlichen Haar

Jahrelang wurde Imoan Kinshasa eingeredet, ihre Haare wären ein Problem. Immer wieder waren sie Thema, bis ihre Oma irgendwann Haarglätter entdeckt hat.

Imoan Kinshasa © Naomi-Saphira Weiser
Naomi-Saphira Weiser

Jahrelang hat sie ihr Haar geglättet - bis sie eines Tages an dem Punkt war, diese Praxis in Frage zu stellen.
 
Über ihre persönlichen Erfahrungen, den aktuellen Stand in der Black Hair Debatte und darüber, wie sie ihr Haar inzwischen trägt, sprechen wir mit der Journalistin und Diversitiy Beraterin Imoan Kinshasa.

Imoan Kinshasa © Naomi-Saphira Weiser
Naomi-Saphira Weiser
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14:10

Radioday "Haarsträubend"

Afroamerikanische Hairstyles

Gutes Haar - so wurde es in unser Bewusstsein geschrieben - ist blond und glatt. Dunkles krauses Haar ist als "schlechtes" Haar konnotiert. Noch heute ist es so: Wer als schwarzer Mensch sein Haar natürlich trägt, hat schlechtere Chancen im Beruf, wird anders wahrgenommen als einer, der sein Haar glättet.

James Brown (Archivbild vom 03.07.1991) © imago images/Future Image
imago images/Future Image

Selbst Malcolm X glättete einst sein Haar und berichtete später in seiner Autobiografie von dieser traumatischen Erfahrung als einem Akt des Selbsthasses. James Brown dagegen trug nur kurz den Afro und wechselte dann wieder zu geglätteten Haaren.
 
Dr. Silke Hakenesch vom Historischen Institut für Nordamerikanische Geschichte der Universität Köln beschäftigt sich mit Haarpraktiken und Schönheitspraktiken und hat u.a. über Black Hair vom Anfang des 20. Jahrhundert bis in die Zeiten der Bürgerrechtsbewegung beschäftigt.

James Brown (Archivbild vom 03.07.1991) © imago images/Future Image
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13:10

Radioday "Haarsträubend"

Alles über Haare und deren Abwesenheit

Haare sind für viele ein Thema - oft noch mehr, wenn sie sich verabschieden. Dr. Nina Otberg ist eine der führenden Haarspezialistinnen Deutschlands.

Ein Dermatologe untersucht die Kopfhaut eines Mannes © imago images/Panthermedia
imago images/Panthermedia

Sie arbeitet im "Haut und Laserzentrum Potsdam-Berlin" und betreibt seit 2010 das "Hair Transplant Center Berlin-Potsdam Otberg Medical".
 
Wir sprechen mit Nina Otberg rund um das Haar und Haarausfall.

Ein Dermatologe untersucht die Kopfhaut eines Mannes © imago images/Panthermedia
imago images/Panthermedia
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12:40

Radioday "Haarsträubend"

Ein Rasierer, sie zu knechten

Die schwedische Künstlerin Arvida Byström hat nichts weiter getan, als sich vor ein paar Jahren für den Werbespot einer Sportmarke mit unrasierten Beinen fotografieren zu lassen. Daraufhin wurde ein riesiger Kübel des Hasses über der jungen Frau entleert.

Eine Frau rasiert sich die Beine © imago/Panthermedia
imago/Panthermedia

Wüste Beschimpfungen bis hin zu Vergewaltigungsdrohungen waren darunter. Wie können die Körperhaare von Frauen solche Reaktionen hervorrufen? Hat uns die Protestaktion der blauen Achselhaare vielleicht ein wenig weiter in Richtung Toleranz gebracht? Wo stehen wir heute? Wird irgendwann ein Leben frei von der Knechtschaft des Rasierers möglich sein?
 
Wir sprechen mit Dr. Alma-Elisa Kittner vom Institut für Kunstpädagogik der Justus Liebig Universität Gießen.

Eine Frau rasiert sich die Beine © imago/Panthermedia
imago/Panthermedia
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12:10

Radioday "Haarsträubend"

Seit wann uns unsere Körperhaare ein Graus sind

Die Haare auf unserem Kopf sind uns eine Zier. Davon können wir gar nicht genug haben: Wir pflegen sie mit teuren Shampoos, lassen sie uns schneiden, legen, färben und fönen - kein Aufwand ist uns zu gering. Doch was ist mit der restlichen Behaarung an unserem Körper?

Ein Mann lässt sich die Brusthaare mit Wachsstreifen entfernen © imago images/Panthermedia
imago images/Panthermedia

Für viele ist sie ein Zeichen für Unzivilisiertheit - ein Überbleibsel unserer tierischen Vergangenheit. Darum setzen wir alles daran, dieses Übel loszuwerden: Wir depilieren, epilieren, wachsen, lasern, zuckern sie uns weg.
 
Wie weit dieses Verlangen in der Geschichte zurückliegt und welche Möglichkeiten es gibt, diese ungeliebten Haare möglichst dauerhaft loszuwerden, erzählt uns die Kosmetikerin Franka Rieß, vom "emendagio" im Prenzlauer Berg.

Ein Mann lässt sich die Brusthaare mit Wachsstreifen entfernen © imago images/Panthermedia
imago images/Panthermedia
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