Mo05.04.
2021
09:00 - 12:00

Ostermontag

Haarsträubend - ein haariger Radioday

mit Katja Weber

Fast jeder hat sie – wir nutzen sie zum Ausdruck unserer Individualität, zugleich sind sie faszinierend, politisch und erotisch. Unsere Haare.

Katja Weber

Es gibt unzählige Geschichten über sie zu erzählen und an diesem haarsträubenden Radioday wollen wir einige davon gemeinsam mit Ihnen entdecken.

11:40

Radioday "Haarsträubend"

Der Dutt der Barbaren

Der selbstverliebte "sleepy Duttboy"-Hipster, den FiL in seinem legendären Programm "Dawn of the Dutt" so treffend beschrieben hat, hatte einen ganz und gar nicht verschlafenen Vorfahren: den Sueben-Germanen.

Ein sogenannter "Bun" oder "Macaron Bun" steht auf dem Kopf eines jungen Berliners (Symbolbild) © dpa/Lisa Ducret
dpa/Lisa Ducret

Eigentlich war die Bezeichnung "Sueben" nur eine undifferenzierte Verallgemeinerung des kultivierten Römers für die wilden, unzivilisierten Germanenstämme, die dem römischen Herr seinerzeit ein stetiger Stachel im Expansionsbestreben waren. Dargestellt wurden sie mit einem - dem Hipsterdutt nicht unähnlichen - Haarknoten.
 
Mehr dazu weiß Dr. Deborah Karl-Brandt, die sich intensiv mit der Haarpracht der alten Germanen befasst hat. [mehr]

Ein sogenannter "Bun" oder "Macaron Bun" steht auf dem Kopf eines jungen Berliners (Symbolbild) © dpa/Lisa Ducret
dpa/Lisa Ducret
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11:20

Radioday "Haarsträubend"

Die große Kunst des Flechtens

In afrikanischen Ländern sitzen die Meisterinnen dieses Fachs!

Beatrace Angut Oola (Fashion Africa Now) © Privat
Privat

Wenn Sie bei geflochtenem Haar an drei Haarsträhnen denken, die man jeweils abwechselnd übereinander legt, okay: das ist die weiße Art des Flechtens. In den afrikanischen Ländern ist das Haareflechten seit Generationen Ausdruck von einer unermesslichen kreativen Kraft.

Was über die verschiedenen Flechtfrisuren alles kommuniziert wird und wie diese Frisuren sogar den Sklaven auf den amerikanischen Baumwollplantagen zur Flucht verhelfen konnten, erzählt uns die Modeexpertin und Herausgeberin des Podcast "Fashion Africa Now", Beatrace Angut Oola.

11:10

Radioday "Haarsträubend"

Der Zopf

..eine Frisur mit praktischer und kunstvoller Seite.

Eine Frau mit einem langen Zopf © imago images/Westend61
imago images/Westend61

Es gibt ihn beidseitig: in frecher Pinselform, streng: als Pferdeschwanz auf dem Hinterkopf verschnürt, kunstvoll: in zahlreiche Formen geflochten oder zusammengerollt als Dutt oder sogenannte Brezel.

Die Regisseurin und Künstlerin Anka Schmid hat sich schon viel mit Haaren beschäftigt - besonders angetan hat ihr jedoch der Zopf.

Eine Frau mit einem langen Zopf © imago images/Westend61
imago images/Westend61
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10:40

Radioday "Haarsträubend"

Die Perücke im englischen Strafrecht

Viele Jahrhunderte reicht die Tradition an den englischen Gerichten zurück, dass die Perücke zum obligatorischen Outfit der Richter und Anwälte gehört.

Richter vom Obersten Gerichtshof von Großbritannien © dpa/Photoshot
dpa/Photoshot

Wie kam es dazu, welche Vorteile bietet die Perücke im englischen Strafrecht und was kostet diese Tradition den britischen Steuerzahle?
 
Dazu sprachen wir mit Sabina Matthey, die jahrelang als ARD-Korrespondentin aus London berichtet hat.

10:20

Radioday "Haarsträubend"

Die Perücke im Judentum

Nicht nur im Islam wird die Frau aufgefordert, ihr Haar zu bedecken, auch im Judentum gilt es in vielen Ausprägungen dieser Religion für Frauen nicht als schicklich, ihr natürliches Haar zu zeigen.

Ausstellung über Kopfbedeckungen und Perücken im Jüdischen Museum (Archivbild bom 31.03.2017)
imago/epd

Die jüdische orthodoxe Frau von Welt ließ sich seinerzeit von Ludwig XIV. inspirieren und ging eher kreativ mit dem Gebot der Kopfbedeckung um. Der Scheitel war in der Welt.
 
Warum werden Frauenhaare in monotheistischen Religionen so tabuisiert und wieso ist es dann trotzdem wieder okay, Haare in Form von einer Perücke zu zeigen? Dazu sprechen wir mit Miriam Goldmann, die seinerzeit auch die Ausstellung "Cherchez La Femme. Perücke, Burka, Ordenstracht" im Jüdischen Museum Berlin kuratiert hat.

10:10

Radioday "Haarsträubend"

Die Mutter aller Perücken

Eigentlich fing alles mit einem alltäglichen Problem an: einer dramatischen Verflüchtigung des Haupthaares. Ein Dasein mit Haarkranz aus traurigen Restbeständen ist vielleicht für einen Buchhalter angemessen, aber ganz bestimmt nicht für den einst mächtigsten und prunkvollsten Mann Frankreichs, Louis XIV.

Porträt Louis XIV. © imago/Leemage
imago/Leemage

Schnell wurde sie zu dem, was der Mann von adliger Welt zu tragen hatte: die Allongeperücke.
 
Dass diese voluminöse Haarpracht auf den antiken Hercules zurückgeht, warum sie in ihrem Inneren mit Blut versehen war und schließlich sogar den Ausbruch der französischen Revolution angeheizt hat, erzählt uns Prof. Dr. Alexandra Karentzos vom Arbeitsbereich Mode und Ästhetik der TU Darmstadt.

09:45

Radioday "Haarsträubend"

Horst Evers über seinen ersten Radikalschnitt

Es ist nur schwer zu glauben, aber Horst Evers hatte einmal lange Haare. Als Protest gegen die Konsumgesellschaft, versteht sich.

Horst Evers beim radioeins Parkfest
radioeins/Nennemann

Was das in der Provinz bedeutet hat, wie er seine Haarpracht schlagartig verlor und was es ihm gebracht hat, erzählt er in dieser Geschichte.

Horst Evers beim radioeins Parkfest
radioeins/Nennemann
09:38

Radioday "Haarsträubend"

Vokuhila: Eine Frisur in Bewegung

Wer muss da nicht an Rudi Völler denken, wenn man die vokalreiche Melodie "Vo-ku-hi-la" hört. Aber wussten Sie, dass diese Frisur schon bei den antiken Kriegern des alten Griechenlands ein beliebter Style war?

Mel Gibson in "Lethal Weapon" mit einem Vokuhila © imago images/Everett Collection
imago images/Everett Collection

Prof. Dr. Christian Janecke von der Hochschule für Gestaltung in Offenbach hat sich in seinem Buch "Tragbare Stürme" mit bewegten Frisuren beschäftigt. Warum der Vokuhila zu den Frisuren in Aktion gehört und warum er vor allem bei Fußballern und Kämpfern so hoch im Kurs stand, erklärt Prof. Dr. Christian Janecke im Interview mit Katja Weber.

Mel Gibson in "Lethal Weapon" mit einem Vokuhila © imago images/Everett Collection
imago images/Everett Collection
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09:20

Radioday "Haarsträubend"

Vokuhila: Die Frisur der Pandemie?

In der ersten Stunde des Radiodays "Haarsträubend" starten wir mit einer Frisur, die bei vielen einen kalten Schauer über dem Rücken rieseln lässt - dabei hat sie einen wunderschönen Klang: Vokuhila.

Ein Fußballer mit einer Vokuhila-Frisur © imago images/ActionPictures
imago images/ActionPictures

Angeblich ist der Vokuhila die Frisur der Pandemie - schnipp schnapp - self cut at it's worst: hinten da kommt man nicht so gut ran, aber vorne, die Gucklucke, wird eben schnell selbst frei geschnippelt.

Claire Lachky betreibt den Friseursalon Vokuhila in Berlin-Prenzlauer Berg. Sie berichtet uns, was sie nach dem Ende des Lockdowns so alles unter ihrer Schere hatte und, wie beliebt der Vokuhila heutzutage noch ist.

Ein Fußballer mit einer Vokuhila-Frisur © imago images/ActionPictures
imago images/ActionPictures
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