Do28.11.
13:00 - 16:00

mo-do, 13:00 - 16:00

radioeins ab eins

mit Steen Lorenzen

Steen Lorenzen © rbb, Jim Rakete

Neue Songs und große Alben, junge Götter und alte Helden – radioeins atmet Musik und Sie atmen mit. Täglich gibt es eine neue Story über das Album der Woche. Dienstags gibt es "Strom und Drang" und am Mittwoch sind wir "Back in Black" mit dem Vinyl der Woche. Und damit, dass hier alle wichtigen Musiker zu Wort kommen, die in, über oder nicht weit entfernt von Berlin und Brandenburg unterwegs sind, müssen wir ja wohl nicht großartig angeben, oder?

15:10
Rubrik telefonverlosung

Album der Woche

Everyday Life von Coldplay

Everyday Life von Coldplay
Warner

Marketingtechnisch haben sich Coldplay super aufgestellt. Erst folgte eine Plakataktion, dann sickerte die Tracklist durch und die Band um Chris Martin setzte noch einen drauf, denn am 22. November, dem Erscheinungsdatum ihres neues Doppelalbums werden Coldplay ein Konzert in Aman, der Hauptstadt Jordaniens spielen, den ersten Teil zum Sonnenaufgang um 4 Uhr morgens und den zweiten Teil zum Sonnenuntergang (livestream über youtube). Und in diese zwei Abschnitte haben Coldplay auch das erste Doppelalbum ihrer Bandgeschichte unterteilt. Eine Tour zum Album ist nicht geplant, aber 2020 soll ein weiteres Album erscheinen.
 
Musikalisch gehen Coldplay ein Wagnis ein, denn sie integrieren arabische und afrikanische Rhythmen, zeigen sich experimentierfreudig und weltoffen. Trotzdem bleiben sich Coldplay treu, denn Chris Martins Stimme ist unverkennbar und niemand muss auf ihre typischen Pianoballaden verzichten. Coldplay müssen nichts mehr beweisen und wenn immer über den Tod des Albumformats gesprochen wird, ist es schon ein Statement, jetzt mit einem Doppelalbum zurückzukehren.  [mehr]

14:08

Interview

Philipp Hochmair vertont Goethes WERTHER!

Zu Gast im radioeins Studio

Nach seiner gefeierten Adaption des "Jedermann" kehrt Philipp Hochmair mit seinem neuen Album "WERTHER!" zu seinen Ursprüngen zurück und geht im Prozess der Annäherung an einen Klassiker der Weltliteratur abermals ein Stück weiter.

Phillip Hochmair © radioeins/Schuster
radioeins/Schuster

Es war 1997, als Regisseur Nicolas Stemann und Philipp Hochmair den Auftrag erhielten, aus Goethes „Werther“ eine mobile Variante für eine Schulklasse in Franken zu machen. Heute, 20 Jahre und 1500 Auftritte später, hat Philipp Hochmair Goethes Monolog über den liebeskranken Anti-Bürger neu interpretiert und gemeinsam mit seiner Band, Die Elektrohand Gottes, musikalisch vertont.  

Die elektronische Soundcollage gibt den Herzschlag der Reise durch die Gefühlswelt des liebeskranken Protagonisten vor. Getrieben von unerfüllter Leidenschaft, Melancholie und Todessehnsucht endet sie schließlich in der Katastrophe. Die intimen Briefe sind Zeugnis des Rausches, in dem sich Werther befindet und denen Hochmair leidenschaftliche Verkörperung verleiht. Lustvoll und unmittelbar verdichtet Philipp Hochmair das 245 Jahre alte Kultbuch zur intensiven Innenschau eines sensiblen Mannes und der ekstatischen Kraft von Liebe, Leid und Leidenschaft.

"Goethes Werther entstand in nur wenigen Wochen und wurde über Nacht zum Buch der Stunde. Das Drängende, Dringliche, Notwendige, das in diesem Text steckt, hat rund 250 Jahre später nichts an seiner Intensität eingebüßt. Dieser heutigen Gültigkeit entsprechend haben wir es auch musikalisch in einem neuen Kontext verortet, der aber gleichzeitig dessen Zeitlosigkeit unterstreicht"
, sagt Philipp Hochmair.

Steen Lorenzen spricht mit Philipp Hochmair über sein neues Album "WERTHER!".

Phillip Hochmair © radioeins/Schuster
radioeins/Schuster