Wer war Sisi, Kaiserin von Österreich? Eine bildschöne Frau, die aussah wie Romy Schneider in den berühmten Sissi-Filmen? Die ihrem Mann treu zur Seite stand und um das Wohl ihres Volkes bemüht war? Mitnichten! Sie war ein tätowierter Freigeist, der auf ausgedehnten Reisen ausbrach. Zudem gehörte sie zu den besten und tollkühnsten Reiterinnen ihrer Zeit.

Karen Duve nimmt uns in ihrem neuen Roman mit auf eine wilde Jagd durch Sisis Leben. So führt der Weg zum ungarischen Schloss Gödöllö. Dort kann Sisi ungezwungen leben und ihren Leidenschaften nachgehen. Bei einem Aufenthalt auf Gödöllö lädt Sisi ihre reit- und fechtkundige Nichte Marie Wallersee zu sich ein. Als Tochter einer Schauspielerin ist Marie eigentlich nicht standesgemäß, aber Sisi sieht in ihr ein freieres zweites Selbst und macht sie zur engen Vertrauten. Die 18-jährige Marie erliegt schnell dem Charme der kaiserlichen Tante und assistiert ihr nur allzu gerne, wenn diese die leidenschaftliche Femme fatale gibt. Doch bald wirkt auch Marie anziehend auf andere, besonders auf die männlichen Adligen. Sisi, daran gewöhnt im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen, sieht sich nach einem Ehemann für die lästige Konkurrenz um und beginnt ein intrigantes Spiel aus Verführung und Verrat.

Die Lesung zum Nachhören:

Der Roman "Sisi" (VÖ 22.09.2022) ist im Galiani Verlag erschienen, hat 416 Seiten und kostet 26 Euro.

Karen Duve, 1961 in Hamburg geboren, lebt in der Märkischen Schweiz. Ihre Romane "Regenroman" (1999), "Dies ist kein Liebeslied" (2002), "Die entführte Prinzessin" (2005) und "Tax" (2008) waren Bestseller und sind in 14 Sprachen übersetzt. 2011 erschien ihr Selbstversuch "Anständig essen", 2014 ihre Streitschrift "Warum die Sache schiefgeht". Die Verfilmung ihres Romans "Taxi" kam 2015 in die Kinos. 2016 sorgte sie mit ihrem Roman "Macht" für Aufsehen und wurde mit dem Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor (2017) ausgezeichnet. Für ihren Roman "Fräulein Nettes kurzer Sommer" (2018) wurde Karen Duve mit dem Carl-Amery-Preis, dem Düsseldorfer Literaturpreis und dem Solothurner Literaturpreis ausgezeichnet.

Thomas Böhm © radioeins/Saupe
Thomas Ecke