So10.10.
18:00 - 20:00

Deutschlandpremiere

Die Schöne Lesung: Colson Whitehead liest aus "Harlem Shuffle"

mit Thomas Böhm

Weil er gern Ganovenfilme mag, entschied sich Colson Whitehead, selbst ein Gaunerstück zu schreiben: "Harlem Shuffle". Das Buch ist Familiensaga, Soziographie und Krimi zugleich – vor allem aber eine Liebeserklärung an New Yorks berühmtestes Viertel.

Colson Whitehead © Thomas Ecke / rbb

Whiteheads Roman spielt im Harlem der 1960er Jahre. Im Mittelpunkt steht Ray Carney, ein Mann, der versucht, ein ehrliches Leben zu führen. Doch die Einkünfte aus seinem Laden reichen nicht aus, um die Ansprüche seiner Schwiegereltern zu erfüllen. Deshalb lässt er sich von Zeit zu Zeit darauf ein, Schmuckstücke, die sein Cousin Freddy stiehlt, an einen Juwelier zu verkaufen. Doch dann landet Raubgut aus dem Coup im legendären „Hotel Theresa“, das sich im Herzen Harlems befindet, in Rays Hände. Als Polizei und Gangster Ray in seinem Laden aufsuchen, steht sein waghalsiges Doppelleben auf der Kippe.

Whitehead stellt seinen Roman als Deutschlandpremiere bei radioeins vor – und wir haben besonders schöne Erinnerungen an den 1969 in New York geboren Autor. Er war nämlich schon 2017 unser Gast – damals mit seinem Roman „Underground Railroad“, für den er mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet wurde.

Bei der Vorstellung des Buches bestach Whitehead nicht nur durch die schonungslose Darstellung des Rassismus in den USA – sondern auch als melancholischer Sänger, der ein David Bowie-Lied zum Besten gab, das er seiner Tochter zum Einschlafen vorsingt.

"Harlem Shuffle" ist am 23. August 2021 im Hanser Verlag erschienen (dt. v. Nicolaus Stingel, 384 Seiten, 25 Euro).

Die Lesung fand in Kooperation mit dem Hanser Verlag auf Englisch und Deutsch statt und wurde moderiert von radioeins-Literaturagent Thomas Böhm.

Colson Whitehead © Thomas Ecke / rbb
Thomas Ecke / rbb

Über den Autor


Colson Whitehead, 1969 in New York geboren, studierte an der Harvard University und arbeitete für die New York Times, Harper's und Granta. Whitehead erhielt den Whiting Writers Award (2000) und den Young Lion’s Fiction Award (2002) und war Stipendiat der MacArthur "Genius" Fellowship. Für seinen Roman "Underground Railroad" wurde er mit dem National Book Award 2016 und dem Pulitzer-Preis 2017 ausgezeichnet. Für seinen Roman "Die Nickel Boys" erhielt er 2020 erneut den Pulitzer-Preis. Der Autor lebt in Brooklyn.