Bölschestraße

Straßenschild

Wie kam die Bölschestraße zu ihrem Namen? Warum wurden rund um die Straße einst an die 2000 Maulbeerbäume gepflanzt? Was macht den Charme der Bösche aus und wie hat sie sich im Laufe der Jahrzehnte gewandelt oder vielleicht auch nicht? Eine kleine Geschichte der Bölschestraße zum Nachhören – kompakt verpackt in unserem Audio-Straßen-Guide...

Bölschestraße - Straßenschild
Bölschestraße - Straßenschild

Die Bölschestraße ist einen guten Kilometer lang und 30 Meter breit. Schnurgerade verläuft sie vom Fürstenwalder bis zum Müggelseedamm. Es können Stunden vergehen, ehe man auf der einen Seite der großzügigen Bürgersteige hinunter und auf der anderen Seite wieder herauf geschlendert ist. Rund 200 kleine Läden, Restaurants und Cafés reihen sich hier dich an dicht.  Aber nicht nur der Blick in die Schaufenster lohnt sich: In der Bölschestraße gibt es Bauwerke und Häuserfassaden verschiedenster Epochen zu entdecken - von Backsteingotik bis Jugendstil. Zahlreiche Gebäude hier stehen unter Denkmalschutz: Darunter die Christophoruskirche, das legendäre Kino Union oder auch das ehemalige Rathaus, das gerade restauriert wird.

Die Bölsche ist die Herzschlagader des Köpenicker Ortsteiles Friedrichshagen. Friedrichshagen wiederum verdankt seine Existenz Friedrich dem Großen. Mitte des 18. Jahrhunderts hatte er die Idee, dort direkt am Ufer des Müggelsees Seide herzustellen. 2.000 Maulbeerbäume wurden angepflanzt. Die Blätter sollten als Futter für Seidenraupen dienen. Das Konzept ging nur bedingt auf. Dafür mauserte sich die Gegend zum beliebten Ausflugsziel für großstadtmüde Berliner und brachte es sogar zum „Klimatischen Luftkurort“.

Von jeher Zentrum dieses Vorstadtparadieses: die Bölschestraße. Benannt ist sie nach dem Schriftsteller Wilhelm Bölsche, der Ende des 19. Jahrhunderts den berühmten Friedrichshagener Dichterkreis ins Leben rief. Die Bölsche wurde zu einem Sehnsuchtsort von Schriftstellern, Malern und Lebenskünstlern. Und das ist sie bis heute. Der Regisseur Leander Haußmann brachte sie sogar in seinem Film „Hai-Alarm am Müggelsee“ auf die Kinoleinwand.

Auf der Bölsche reist man durch 250 Jahre Geschichte. Neue und alte Friedrichshagener lieben sie für diesen besonderen Charme, für die originellen Geschäfte mit Tradition und das quasi-dörfliche Zusammenleben. Die Bölsche ist Flaniermeile, Treffpunkt und Refugium – und selbstverständlich eine der schönsten Straßen Berlins.