We’re on Strike – der radioeins Radioday zum Thema Protest - Social Media und Protest: Mangelndes Verantwortungsgefühl oder neue Horizonte?

Menschen nutzen digitale Geräte zur Kommunikation in der Stadt © imago images/Ikon Images
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Protest wird auch auf Social Media geführt. Black Lives Matter, Fridays for Future - all diese jungen Bewegungen nutzen soziale Medien, um sich zu vernetzen und zu mobilisieren. Auch für Protestbewegungen wie Occupy Wallstreet oder auch den Arabischen Frühling war Social Media ein wichtiger Mobilisator.

Prof. Dr. Marianne Kneuer ist Professorin für Politische Systeme und Systemvergleich an der Technischen Universität Dresden. Sie hat an der Universität Hildesheim das Zentrum für digitalen Wandel mit aufgebaut und forscht seit vielen Jahren an der Rolle von Sozialen Medien für Protestbewegungen. Kneuer schreibt Sozialen Medien vor allem in der Emotionalisierung und der Mobilisierung eine wichtige Rolle zu, sagt aber: Erfolgreiche Protestbewegungen können nicht nur online stattfinden, das hätte man gerade während der Corona-Pandemie gesehen.

Online Protestaufrufe von etablierten Bewegungen seien da nicht besonders erfolgreich gewesen. Soziale Medien brächten vor allem nicht die nötige und nachhaltige Identifikation und das Verantwortungsgefühl. Marianne Kneuer sagt "alle Protestbewegungen brauchen die Straße!"